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Pankratov-p - Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0 über Wikimedia Commons

Die Besonderheit der Elektromobilität liegt darin, dass sich der Fahrzeugmarkt für neue Akteure öffnet bzw. neue Märkte entstehen. Durch die veränderten Marktstrukturen und neuen technologischen Gegebenheiten ist eine Vielzahl neuer Geschäftsmodelle möglich. Aufgrund der hohen Produktionskosten der Traktionsbatterien und der im Vergleich zum Fahrzeug noch geringen Lebensdauer bietet es sich an, die Batterie als separate Einheit zu betrachten.

In Abbildung 1 sind die Wertschöpfungsketten der Batterienutzung und der Fahrzeugnutzung sowie die relevanten Marktakteure der jeweiligen Wertschöpfungsstufe dargestellt. Die grauen Pfeile geben an, in welchen Bereichen es wahrscheinlich (gestrichelter Rahmen) bis sehr wahrscheinlich (durchgezogener Rahmen) ist, dass Unternehmen aus der klassischen Automobilwirtschaft in den Batteriemarkt drängen.

 

Abbildung 1 Wertschöpfungsketten und Akteure in der Elektromobilität

Produktion

 

Auf Produktionsebene gliedert sich die Batterieherstellung derzeit in zwei Schritte auf. Da die Gesamtkapazität der Batterien sowie deren Größe noch nicht standardisiert ist und jeder Fahrzeughersteller seine eigenen Strategien verfolgt, liefern viele Firmen lediglich die Zellen. Die Fahrzeughersteller selber oder auf Batteriemanagementsysteme spezialisierte Unternehmen stellen dann das Batteriesystem in der gewünschten Größe zusammen. So können sich die Fahrzeughersteller an der Wertschöpfung der Batterie beteiligen und nötiges Fachwissen in diesen Bereichen aufbauen. Es ist aber auch möglich, dass Zellproduzenten beginnen, Fahrzeuge zu produzieren, da die Qualität, die Leistungsfähigkeit und der Preis der Batterie das zukünftige Differenzierungsmerkmal von Elektroautos sein wird. So hat der chinesische Batteriehersteller Build Your Dreams bereits mit dem Verkauf eigener vollelektrischer PKW in China begonnen.

Vertrieb

 

Für den Vertrieb sind die gleichen Dienstleistungen wie auf dem klassischen Automobilmarkt denkbar. Jedoch wird sich erst noch zeigen, ob es auch die gleichen Akteure sein werden, oder ob sich Firmen direkt auf den Batterievertrieb spezialisieren, da ein sehr hohes Fachwissen nötig ist. So ist denkbar, dass bestimmte Unternehmen ein Know-How in der Versicherung von Batteriesystemen aufbauen oder die klassischen Kfz-Versicherer in diesen Markt drängen. Der Verkauf der Batterien findet derzeit fast ausschließlich zusammen mit dem Fahrzeug statt. Einen vom Fahrzeug losgelösten Verkauf von Batterien könnten in Zukunft aber die Stromanbieter oder gar die Zellhersteller vor allem im Ersatzbatteriegeschäft verfolgen, da sich auf diesem Wege neue Märkte erschließen lassen.  Die Stromanbieter hätten darüber hinaus die Möglichkeit sich durch Finanzierungs- o0der Mietmodelle Zugriffsrechte auf die Batterie zu sichern, um sie in innovative Energiedienstleistungen wie z.B. Smart Grids, einbinden oder nach Ende der Lebensdauer im Fahrzeug weiter nutzen zu können. Auch sind die großen Energieversorger in Deutschland sehr finanzstark und hätten damit die Potenziale in großem Maße in die sehr teuren Batterien zu investieren. Bereits jetzt engagiert sich RWE sogar im Vertrieb von Elektrofahrzeugen um auf diese Weise durch Komplettpakete inklusive Energieversorgungsvertrag neue Kunden und Absatzmärkte zu gewinnen.

Energieversorgung

 

Für die Energieversorgung brauchen batteriebetriebene Elektrofahrzeuge lediglich Strom. Die Kompetenzen dieser Energielieferung liegen bei den Energieversorgern und nicht mehr bei den Mineralölkonzernen. Der Markt wird durch dezentral verteilte Ladestationen geprägt sein, die von spezialisierten Unternehmen oder direkt von den Stromanbietern betrieben werden. Wie bereits erwähnt, könnten Stromanbieter die Energielieferung auch nutzen um ihr Geschäft auszuweiten, zum Beispiel durch das Anbieten von Komplettpaketen mit Fahrzeug und Heimladestation. Da die Stromlieferung für Mineralölkonzerne keinen Profit bietet, ist zu erwarten, dass sich diese, wenn überhaupt, erst spät durch Ladeinfrastrukturbereitstellung am Markt beteiligen.

Reparatur und Wiederverwertung

 

Für den Bereich der Reparatur und Wiederverwertung der Batterien sind Werkstätten, Gebrauchthändler und Recyclingunternehmen denkbar. Hier besteht entweder die Möglichkeit, dass Unternehmen sich auf diese Batteriedienstleistungen spezialisieren oder Firmen aus der Kfz-Branche diese Aufgaben mit übernehmen. Weil ein Austausch der Zellen technisch nicht sehr aufwändig ist, ist letzteres für Reparaturarbeiten zu erwarten. Ebenso fallen bei Elektrofahrzeugen für die Werkstätten Arbeiten an Motoren und Abgasanlagen weg, was durch Batteriereparaturen und –wechsel eventuell ausgeglichen werden kann und lediglich eine Verlagerung des Geschäfts bedeuten würde. Für den Handel mit gebrauchten Batterien könnten sich neue Dienstleister am Markt positionieren, die diese für Energiedienstleistungen nach einem Einsatz im Fahrzeug verwenden. Im Recyclinggeschäft ist es wahrscheinlich, dass die Stiftung Gemeinsames Rücknahmesystem Batterien (GRS), welches in Deutschland für die Umsetzung der Sammlungs- und Verwertungspflicht der Batteriehersteller verantwortlich ist, sich um alte Fahrzeugbatterien kümmert.

Abschließend ist zu sagen, dass die Elektromobilität für viele Unternehmen die Chance bietet, neue Absatzmärkte zu erschließen. Auch sind neue, vorher undenkbare Kooperationen möglich und bereits in der Entstehung. So arbeiten in Deutschland Energieversorger mit Fahrzeugherstellern zusammen an Flottenversuchen. Welche Akteure sich letztlich wirklich im Bereich der Elektromobilität engagieren , ist derzeit noch nicht absehbar und hängt sehr davon ab, wie sich der Markt für Elektrofahrzeuge entwickelt.

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