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Huhu Uet (Eigenes Werk), CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Eine wichtige Grundlage für die Bewertung von Fahrzeugkonzepten aber auch von Geschäftsmodellen rund um Mobilitätsdienstleistungen ist eine detaillierte Kostenbetrachtung. Bei neuen Antriebsarten ist ein Kostenvergleich mit dem Verbrennungsmotor essentiell für die Abschätzung zukünftiger Kundenakzeptanz. Bestandteil dieses Kapitels soll es daher sein, ein ganzheitliches Kostenmodell auf Basis eines Referenzfahrzeuges aufzubauen, um beide Antriebe miteinander vergleichen zu können. Alle Ausführungen basieren auf einer detaillierten Wirtschaftlichkeitsstudie. Diese enthält alle Annahmen, Daten und Quellen und kann hier bestellt werden.

Total-Cost-of-Ownership Modell

 

Über die Wirtschaftlichkeit zweier Antriebsarten entscheiden nicht nur die Anschaffungskosten des jeweiligen Fahrzeuges. Einen nicht unerheblichen Anteil tragen die Kosten bei, die zum Betrieb des Fahrzeuges nötig sind, die „Folgekosten des Automobilkaufs“ (Diez, 2009). All diese Kosten werden im „Total-Cost-of-Ownership“ Modell berücksichtigt, welches alle anfallenden Kosten der Nutzung über den gesamten Lebenszyklus des Fahrzeuges einbezieht. In Abbildung 1 sind die einzelnen Positionen der „Cost of Ownership“ dargestellt.

 

Abbildung 1: Total Cost of Ownership Modell eines PKW

(Quelle: eigene Darstellung nach Vincentric, 2010)

Die Höhe des Wertverlustes hängt dabei direkt von den Kosten für das Fahrzeug, den Antriebsstrang und der Batterie ab. Neben dem Wertverlust entstehen dem Fahrzeughalter vor allem Kosten für den Treibstoff, die Versicherung sowie Wartung und Instandhaltung. Darüber hinaus fallen bei einer Finanzierung des Fahrzeuges Zinsen an und auch Opportunitätskosten sollten berücksichtigt werden. Opportunitätskosten sind die Höhe der Zinsen, die der Fahrzeughalter hätte erhalten können, wenn er das für die Fahrzeugnutzung investierte Geld stattdessen auf einer Bank anlegen würde.

Darüber hinaus gibt es Kosten bzw. Unsicherheiten und Risiken, die oft nicht quantifiziert oder nur sehr grob geschätzt werden können. So muss z.B. der Eigentümer der Batterie einen gewissen Risikoaufschlag einplanen für den Fall, dass diese vor der kalkulierten Kilometerleistung ausgewechselt werden muss.

Vergleich von Anschaffungs- und Nutzungskosten

 

Da die Kosten für Beschaffung und Nutzung eines Fahrzeuges in großem Maße vom jeweiligen Typ abhängen, soll zur Vergleichbarkeit des Elektroantriebs mit dem Verbrennungsmotor ein Referenzfahrzeug definiert werden. Aufgrund der verhältnismäßig sehr geringen Reichweite kommen Elektrofahrzeuge vorrangig in urbanen Gebieten zum Einsatz. Daher wird ein Fahrzeug aus dem Kleinwagensegment ausgewählt. Als Referenzmodell dient hier der VW Polo, der bisher meistverkaufte Kleinwagen. Das aktuellste Modell ist der VW Polo V aus dem Jahre 2009 (Stand 2012). In einer detaillierten Studie wurden die technischen Daten des Polo an einen elektrischen Antriebsstrang angepasst und auf dieser Basis die Kosten für eine theoretische elektrische Variante geschätzt. Alle Kostenpositionen, welche für das oben beschriebene Referenzfahrzeug während der kompletten Nutzungsdauer anfallen würden sind in Abbildung 2 aufgeführt und den Kosten der Benziner-Variante gegenübergestellt.

 

Abbildung 2: Anschaffungs- und Nutzungskostenvergleich anhand des VW Polo (Stand 2010)

 

Die Kosten für Elektrizität bzw. Benzin sind nicht in der Tabelle aufgeführt, da diese zeitlich stark variabel sind. Jedoch ist vorallem die Ölpreisentwicklung ausschlaggebend für die Wirtschaftlichkeit von Elektrofahrzeugen und unbedingt in einer Wirtschaftlichkeitsbetrachtung einzubeziehen. Eine detallierte Diskussion der Batteriekosten ist Bestandteil des folgenden Kapitels.

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