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DRIVE-E 2016

Unter dem Motto „Mobility of the Future – Exchange of Ideas” warf die DRIVE-E-Akademie am Dienstag einen Blick über den nationalen Tellerrand: Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer tauschten sich mit internationalen Referentinnen und Referenten zum Thema Elektromobilität aus. Ein Highlight gleich zu Beginn: Adrian Sonka von der TU Braunschweig mit seinem Science Slam zum automatisierten Fahren stimmte seine Zuhörerinnen und Zuhörer auf das Thema ein.

Die erste von vier teilweise englischsprachigen Sessions beschäftigte sich mit elektromobilen Strategien in Deutschland und Europa. Der Bogen spannte sich über die Wirksamkeit von Kaufprämien in Deutschland, die Dr. Karsten Kieckhäfer vom AIP der TU Braunschweig zur Diskussion stellte, über die Förderstrategie des Bundes-ministeriums für Bildung und Forschung, vorgestellt von Reinhold Friedrich aus dem dortigen Referat "Elektroniksysteme; Elektromobilität", bis hin zur Arbeit in der Nationalen Plattform Elektromobilität (NPE). Über letztere berichtete engagiert und praxisnah Ian Faye von der Robert Bosch GmbH. Er erläuterte am Beispiel des Fortschritts in der Leistungselektronik, wie positiv sich die firmenübergreifende Zusammenarbeit mit dem Start der NPE entwickelt hat.

Das Ziel der Bundesregierung „Eine Million Elektrofahrzeuge bis 2020“ wurde häufig zitiert und – wie sollte es bei DRIVE-E auch anders sein – kontrovers diskutiert: „Wer hat sich diese Zahl eigentlich ausgedacht?“, so die Frage eines Teilnehmers. Die anwesenden Experten hatten hierzu Hintergrundwissen parat. Der allgemeine Konsens: Ob 2020 oder 2025 – sicher ist: die Elektromobilität wird kommen.

Bildquelle: DRIVE-E 2016

Nach einer Kaffeepause, die die Teilnehmerinnen und Teilnehmer zum regen Austausch mit den Referentinnen und Referenten nutzten, startete die zweite Session zum hochautomatisierten elektrischen Fahren. Dr. Gereon Meyer von der VDI/VDE Innovation +Technik GmbH Berlin berichtete über die europäische Strategie auf diesem Gebiet und betonte, dass das automatisierte Fahren natürlich eng mit der Elektromobilität verbunden ist. Die Themen in dieser Session drehten sich sowohl um die technische Umsetzung als auch um rechtliche Rahmenbedingungen sowie um Fragen zur Personen- und Datensicherheit. Dr. Jens Langenberg aus der Konzernforschung der Volkswagen AG schilderte den Anwesenden anschaulich, welche Szenarien die Expertinnen und Experten bei VW durchspielen, beispielsweise wie das Fahrzeug die Insassen nach der vollautomatischen Langstreckenfahrt zur Wiederübernahme der Lenkradkontrolle animiert.

Dr. Joachim Taiber, CTO am International Transportation Innovation Center in South Carolina berichtete über den Aufbau von geschlossenen und offenen Testfeldern für das automatisierte Fahren im Südosten der USA. Er betonte die Bedeutung von Start-Ups mit Know-how und kreativen Ideen und ermutigte die Studierenden, selbst unternehmerisch tätig zu werden und sich so früh wie möglich international zu vernetzen.

Die dritte Session wagte einen Blick in die Zukunft der Mobilität und zeigte gleichzeitig, was in der Metropolregion Hannover Braunschweig Göttingen Wolfsburg heute im Schaufenster Niedersachsen schon möglich ist. Prof. Dr. Hans Christian Reuss von der Universität Stuttgart griff das häufig angesprochene Thema auf, dass der dringend notwendige Technologiewechsel in Deutschland womöglich zu langsam voranschreitet und die Industrie angesichts der internationalen und sehr dynamischen Konkurrenz den Anschluss verpassen könnte. Nicht zuletzt mit einem Appell an die Anwesenden, die Elektromobilität und die damit verbundenen Aufgabe mit voranzutreiben, leitete er zu Dr. Jennifer Dungs vom Fraunhofer IAO über. Sie berichtete in einem fesselnden Vortrag über die Vision der „Ambient Mobility“ und präsentierte hochaktuelle Ergebnisse aus ihrem Forschungsprojekt mit dem Massachusetts Institute of Technology (MIT) zum Thema Car Sharing. Ihre Botschaften an die Teilnehmerinnen und Teilnehmer: „speak up!“ – „verändert die Welt und lasst euch nicht entmutigen!“ Sie verfehlte ihre Wirkung nicht. Die Studierenden bestürmten sie anschließend mit Fragen. Zukunftsforscher Dr. Christian Neuhaus von Futuresaffairs beleuchtete das Thema von einer anderen Seite. Mit seinem Vortrag „Mind the Gaps – Talking about Future Mobilities“ gab er u.a. zu bedenken, dass manche Entwicklungen auch ihre Zeit brauchen.

Im Technikum des NFF konnten die Akademieteilnehmerinnen und -teilnehmer einen Blick in die Forschungspraxis werfen und bekamen die dortigen Prüfstände erklärt. Das Braunschweiger Team „Crazy Dancing Little Caroline“, das den ersten Platz beim Carolo-Cup 2016 gewann, hatte sein autonom fahrendes Modellauto mitgebracht und erlaubte den Kommilitonen aus ganz Deutschland, die Reaktionsgeschwindigkeit ihres Fahrzeugs auf einem selbst gestalteten Hindernisparcours auszutesten.

Bildquelle: DRIVE-E 2016

In der letzten Session des Tages zeigten Unternehmensgründer die beruflichen Perspektiven in der Elektromobilität auf. Friedrich Vogel von der Enio GmbH berichtete von seinem Weg zum Inhaber einer Firma, die Hardware, Firmware und Software für Ladeinfrastruktur anbietet. Risto Vahtra erzählte dagegen von seiner erfolgreichen Gründung des Start-ups High Mobility, das Wearables und Autos vernetzen will und im letzten Jahr von einem US-Technologieunternehmen unter die Top 10 der Auto-Startups gewählt wurde. Mit Spannung erwartet wurde der Vortrag von Thorben Shobre, Mitarbeiter des IMAB der TU Braunschweig, der über die Erfahrungen während seines „Internship“ bei TESLA in den USA und über seinen Weg dorthin berichtete. Ihn begeisterten die flachen Hierarchien, und er ermunterte die Gruppe, sich für ein Praktikum zu bewerben: „Bei Tesla zählt der Beitrag aller Mitarbeiter – vom Praktikant bis zum Abteilungsleiter und darüber hinaus – alle sitzen gemeinsam an einem Tisch. Ergreift eine solche Chance und bewerbt Euch einfach“.

Mit vielen Botschaften im Gepäck ging es zum Fahrevent. Frei nach dem Motto „Probieren geht über Studieren“ konnten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer auf dem Verkehrsübungsplatz Braunschweig selbst hinter das Steuer eines Elektroautos setzen. Zur Auswahl standen der BMW i3, der Citroen C-Zero, der VW E-up! und der Smart Fortwo. Wer wollte, konnte auch eines der Segways ausprobieren.

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