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DRIVE-E 2016

Auch am Donnerstag stand bei der DRIVE-E-Akademie die Praxis im Mittelpunkt: Mit Bosch und Alstom gaben zwei große Unternehmen exklusive Einblicke zum Thema Elektromobilität für Straßen- und Schienenfahrzeuge. Bereits am Morgen brachte ein Bus die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in die nahe gelegene Industriestadt Salzgitter. Dort hat die Robert Bosch Elektronik GmbH ihren Standort, der sich vor allem auf die fünf Bereiche Fertigung, Leitwerk, Center of Competence, Musterbau und Prüfungswerkstatt konzentriert.

Bosch war bestens auf die Gruppe vorbereitet, und Sarah Steffens, die für die Bereiche Kommunikation und Hochschulkontakte zuständig ist, begrüßte die Teilnehmerinnen und Teilnehmer nicht am Rednerpult, sondern auf einer roten Couch. An ihre Seite hatte sie sich Martin Lennartz geholt, einen erfahrenen Berater und Coach. Statt mit einem Vortrag starteten sie mit einem lockeren Interview im TV-Stil mit Frank Burgsmüller, dem kaufmännischen Werksleiter des Standorts. Burgsmüller betonte zuallererst, dass Bosch deutlich mehr als Akkuschrauber könne und heute ein Dienstleistungskonzern mit über 70 Milliarden Euro Umsatz und 375.000 Mitarbeitern ist. Der Anspruch des Unternehmens sei dabei immer, Technik fürs Leben zu schaffen – deshalb der Slogan: „Invented for Life“.

Direkt im Anschluss übernahm Martin Lennartz die Programmleitung. Er machte die Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit seiner anschaulichen Theorie der blauen und roten Welt und dem Unterschied zwischen „komplex“ und „kompliziert“ bekannt. Zur blauen Welt gehören demnach die Herausforderungen, die kompliziert, aber planbar sind, zur roten Welt die komplexen Probleme mit vielen Unbekannten, die eine Planung sinnlos machen.

Aufgeteilt in Gruppen mussten sich die Akademie-Teilnehmerinnen und -Teilnehmer unterschiedlichen Aufgaben stellen: Einmal galt es, mit 20 Legosteinen einen Turm zu bauen, bei dem sich alle fünf Steine ihr Farbmuster wiederholt. Nach kurzer Beratung meisterten alle Gruppen diese Aufgabe mühelos. Bei einer anderen Aufgabe wurde es dagegen schon etwas schwieriger. Die einzelnen Gruppen mussten ein Tier oder ein Fahrzeug bauen, durften dabei allerdings nicht miteinander reden.

Bildquelle: DRIVE-E 2016

Nach dem Meistern der Herausforderungen gab Lennartz die Auflösung: Die erste Aufgabe entstammte der blauen Welt, war also klar planbar und daher einfach zu lösen. Laut Lennartz „kann Blau heute jeder“, die Kunst sei es, auch die rote Welt zu beherrschen, also statt zu planen einfach zu experimentieren und loszulegen. Genau dazu zwang die zweite Aufgabe die Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Durch die eingeschränkte Kommunikation mussten sie automatisch die oft zeitintensive Diskussions- und Planungsphase überspringen und arbeiteten sehr effizient und kreativ. Die Message der Aufgaben: Innovationen, so Lennartz, könne man nicht wirklich planen; man könne lediglich gute Rahmenbedingungen schaffen und so deren Wahrscheinlichkeit erhöhen.

Bildquelle: DRIVE-E 2016

Nach diesen kreativen Impulsen ging es im Anschluss motiviert weiter zu einer Führung durch das Werk, in dem Bosch Motorsteuergeräte für die Automobilindustrie herstellt. Ein weiteres Projekt in Salzgitter: Auszubildende und duale Studenten bauen in der werkseigenen Ausbildungswerkstatt innerhalb eines halben Jahres ein Benzin- zu einem Elektroauto um.

Im Anschluss staunten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer nicht schlecht, als ein großer Teil der Führungsriege des Standorts auflief und den jungen Elektromobilitätsexperten beim „Meet the Management“-Lunch Rede und Antwort stand.

Im Bus ging es weiter zum nächsten Ziel, auf den die zahlreichen Eisenbahnfans schon die ganze Woche hin gefiebert hatten: zum französischen Konzern Alstom, der unter anderem den Hochgeschwindigkeitszug TGV baut. Mit einer Fläche von einem Quadratkilometer ist das Werk in Salzgitter das größte der Alstom Transport Deutschland GmbH und beschäftigt rund 2.500 Mitarbeiter. Rund 214 Züge rollten hier 2014/2015 vom Band.

Bildquelle: DRIVE-E 2016

Dr. Carsten Söffker, Technischer Experte für Energiemanagement bei Alstom, referierte in seinem Vortrag über das Thema Elektromobilität auf der Schiene. Er berichtete unter anderem über die RegioTram in Kassel, die über einen Diesel-Hybrid angetrieben wird und sowohl den städtischen als auch den Regionalverkehr in einem Zugsystem bedient. Bei der Werksbesichtigung lernten die Studierenden die Produktion von Schienenfahrzeugen kennen – hier wird noch viel per Hand gehämmert, geschraubt und geschweißt.

Weiteres Wissenswertes konnten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer im angeschlossenen Museum – das einzige herstellergebundene Schienenfahrzeugmuseum in Deutschland – erkunden. Zu dessen Exponaten gehört neben diversen Dampfloks auch ein Modell eines Akkutriebwagens, der noch vor dem Ersten Weltkrieg entwickelt und bis in die 1960er Jahre in der Bundesrepublik eingesetzt wurde. Auch einen Blick auf den Plüsch und die Pracht des Salonzugs, der für Kaiserin Auguste Victoria gebaut wurde, konnten die Studierenden aus ganz Deutschland werfen.

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