Schlechte Nachrichten für den Elektromobilitätsstandort Deutschland: Wie der Berliner Tagesspiegel berichtet, stehen für die Förderung der Elektromobilität 2012 und 2013 statt den zugesicherten 977 Millionen Euro nur noch etwa 560 Millionen Euro bereit. Damit sind die zu erwartenden staatlichen Subventionen für das laufende und kommende Jahr nahezu halbiert worden. Der Grund: Die Einnahmen des Energie- und Klimafonds, aus denen sich die Subventionen speisen, liegen drastisch unterhalb der Prognosen. Dies ist vor allem dem schlecht laufenden Emmissionshandel geschuldet, denn es sind zu viele CO2-Zertifikate auf dem Markt – aktuell ist die Berechtigung, eine Tonne Kohlendioxid auszustoßen, für 8 Euro statt der kalkulierten 17 Euro erhältlich.
Die Subventionskürzungen werden erhebliche Auswirkungen auf die zeitnahe Entwicklung einer tragfähigen Infrastruktur für Elektromobilität haben. Experten befürchten, dass statt der geplanten drei bis fünf Schaufensterregionen nur noch zwei realisiert werden könnten. Welche Regionen bei dem Schaufensterwettbewerb den Zuschlag erhalten, ist noch offen – unter anderen bewerben sich Berlin und Hamburg. Die Schaufensterregionen mit Modellcharakter sollen wichtige gesellschaftliche und wirtschaftliche Impulse mit überregionaler Strahlkraft geben und für Deutschland den Weg in die Energiewende ebnen. Ob es tatsächlich zum Verzicht auf einige der prestigeträchtigen Schaufensterregionen kommt, werden die nächsten Monate weisen.
Die Ankündigung zeigt schon jetzt Auswirkungen: Angesichts der unklaren Aussichten verzögere die Industrie wichtige Projekte und Investitionen, so der Tagesspiegel. Die Vertreter der Automobilindustrie bemängeln die fehlende Planungssicherheit und verweisen darauf, dass es nun schwieriger werde, Deutschland zum führenden Standort der Elektromobilität aufzubauen.