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Teilnehmer der Drive-E-Akademie
Stephan-Rauh.de

Teilnehmer der Drive-E-Akademie

Interview mit Dr. Ulrich Katenkamp, Leiter des Referats 523 (Elektroniksysteme; Elektromobilität) im Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) zur diesjährigen DRIVE-E-Akademie

„Elektromobilität braucht Nachwuchs!“ Dies ist Motto und Aufgabe des DRIVE-E-Programms, welches von der Fraunhofer Gesellschaft sowie dem BMBF getragen wird. Die DRIVE-E-Akademie 2012 fand vom 12. bis 16. März 2012 an der RWTH Aachen University statt und war laut Veranstalter wieder ein voller Erfolg. Als erste „Ferienschule“ im Bereich der Elektromobilität stellt Sie ein umfassendes Nachwuchsförderprogramm dar, das auf innovative Weise zahlreiche relevante theoretische und praktische Aspekte der Elektromobilität verknüpft und somit erfahrbar macht. Damit soll die Akademie für junge Forscher auch die wichtige Funktion einer zentralen Netzwerk- und Kommunikationsplattform bieten.

 

eMobilitätOnline: Welche Themen standen dieses Jahr im Vordergrund?

 

Dr. Katenkamp: Mit der fünftägigen DRIVE-E-Akademie decken wir die gesamte Palette der Themen zur Elektromobilität ab. Am ersten Tag standen zunächst Mobilitätskonzepte der Zukunft im Mittelpunkt der Vorträge und Diskussionen. Nach diesem Auftakt ging es um konkrete Beispiele zum Themenkomplex “Fahrzeug- und Antriebskonzepte”. Tag drei war dem elektrischen Antrieb gewidmet. Am vierten Akademie-Tag stand ein Besuch des Europäischen Zentrums für Alternative Antriebe (Opel/General Motors) in Mainz-Kastel auf dem Programm sowie eine Besichtigung der Firma e-WOLF. Dieses Unternehmen entwickelt in Frechen bei Köln Elektrofahrzeuge vom Prototyp bis zur Serienreife. Hier konnte man selbst Probefahrten machen. Am letzten Tag der DRIVE-E-Akademie ging es um den Themenkomplex “Energiespeicher, Netzintegration, Infrastruktur”. Neben den Fachvorträgen kamen auch ehemalige Teilnehmer des DRIVE-E-Programms von 2010 und 2011 zu Wort. Sie berichteten darüber, welche Rolle das Thema Elektromobilität in ihrem heutigen Arbeitsalltag spielt.

 

Aus welchem Grund haben Sie sich für die RWTH Aachen als Veranstaltungsort entschieden?

 

DRIVE-E wird gemeinsam von der Fraunhofer-Gesellschaft und dem BMBF getragen. In diesem Jahr haben wir uns zum ersten Mal entschieden, auch eine Hochschule als Partner mit ins Boot zu holen. Wir schaffen damit eine noch größere Nähe zu Studierenden und kompetenten Lehrstühlen. Die RWTH Aachen hat international einen hervorragenden Ruf in der Fahrzeugtechnik. Deshalb fiel die Wahl auf Aachen. Die Organisation lag in den Händen des Instituts für Kraftfahrzeuge (ika), das sich seit mehr als 40 Jahren intensiv mit elektrischen Antrieben beschäftigt. Davon konnten die Teilnehmer der DRIVE-E-Akademie profitieren, durch Probefahrten auf der Teststrecke des ika oder Laborworkshops im Institut. Auch andere Institute der RWTH Aachen hatten ihre Türen geöffnet. Das hat bei weitem unsere Erwartungen übertroffen – insgesamt ein großer Erfolg. Vielen Dank an die RWTH!

 

Welche Fachrichtungen werden von Unternehmen aus dem Bereich Elektromobilität aktuell besonders nachgefragt? Und gibt es umgekehrt eine Fachrichtung, die besonderen Zulauf von Studenten zu verzeichnen hat?

 

Das hängt natürlich davon ab, ob es sich um spezielle Zulieferer oder um Automobilhersteller handelt. Grundsätzlich sind vor allem naturwissenschaftliche und technische beziehungsweise ingenieurwissenschaftliche Ausbildungen gefragt. DRIVE-E möchte vor diesem Hintergrund Interesse für die Elektromobilität wecken. Zahlreiche Unternehmen, die qualifizierte und motivierte Mitarbeiter suchen, beteiligen sich deshalb auch aktiv an unserer Veranstaltung. Wir wissen auch, dass immer wieder aus den ersten Kontakten während der DRIVE-E-Akademie zwischen Referenten und Teilnehmern Praktika, Diplom- und Masterarbeiten und tatsächlich auch Jobangebote hervorgegangen sind. Die meisten der teilnehmenden Studenten kamen in diesem Jahr aus der Elektrotechnik, gefolgt vom Wirtschaftsingenieurwesen und dem Maschinenbau. Aber auch Mechatronik, Fahrzeugtechnik und die Elektro- und Informationstechnik waren stark vertreten.

 

Haben die vergangenen DRIVE-E-Programme schon konkrete Erfolge vorzuweisen, bspw. in Form von Firmengründungen durch teilnehmende Studenten?

 

Viele unserer ehemaligen Teilnehmer sind der Elektromobilität treu geblieben. Einige promovieren über ein Thema aus dem Bereich, andere haben eine Anstellung bei einem der großen Automobilhersteller oder in der Zulieferindustrie gefunden: http://www.drive-e.org/alumni/alumni-stimmen/. Ein gutes Beispiel ist Daniel Quinger. Er gewann 2010 mit seiner Diplomarbeit zum Thema „Batteriemanagementsysteme und Algorithmen zur Zustandserkennung von Lithium-Ionen-Batterien” den DRIVE-E-Studienpreis. Im Anschluss an sein Studium mit der Fachrichtung Maschinenbau und Management an der TU München machte er sich mit der Firma LION SMART selbständig. Mittlerweile ist Daniel Quinger für den TÜV SÜD als einer der Geschäftsführer des kürzlich gegründeten Batterietestzentrums in Garching bei München tätig.

 

Gibt es schon Pläne für die Drive-E-Akademie im kommenden Jahr?

 

Fest steht, dass das BMBF gemeinsam mit der Fraunhofer-Gesellschaft DRIVE-E für weitere drei Jahre fortsetzen wird. Wir sind auch in ersten Gesprächen mit einem möglichen Hochschulpartner für 2013, mehr kann ich dazu zum jetzigen Zeitpunkt nicht sagen. Wir halten Interessenten aber auf unserer Website www.drive-e.org auf dem Laufenden.

 

Vielen Dank für das Interview!

 

Auch in diesem Jahr wurden wieder DRIVE-E-Studienpreise für innovative Arbeiten zur Elektromobilität vergeben

Der 1. Preis in der Kategorie Diplom- / Magister- / Masterarbeit ging an Fabian Peters von der Universität Bremen für Untersuchungen zur Begrenzung der Energiedichte und Lebensdauer von Lithium-Ionen-Batterien. Hierfür erhielt er 6.000 Euro. Den 2. Preis, dotiert mit 3.000 Euro, erhielt Xuyang Men für seine Masterarbeit, in der er ein Online-Diagnosesystem für zuverlässige Aussagen über die Reichweite von Elektrofahrzeugen entwickelt hat. Den 1. Preis in der Kategorie Studien- / Projekt- / Bachelorarbeit vergab die Jury gleich zweimal. Johannes Burkard von der RWTH Aachen erhielt den Preis für seine Bachelorarbeit, mit der er mögliche Fehler eines Batterie-Ladegeräts und Strategien zu deren Vermeidung untersuchte. Florian Hilpert von der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg wurde für seine Projektarbeit ausgezeichnet, in der er Berechnungen zum thermischen Verhalten von Antriebsmotoren anstellte. Die beiden Preisträger durften sich jeweils über ein Preisgeld von 3.000 Euro freuen. Der 2. Preis, dotiert mit 2.000 Euro, ging an Lisa-Marie Zak von der Hochschule für angewandte Wissenschaften in Augsburg. Sie entwarf in ihrer Bachelorarbeit ein optimiertes Batteriekühlkonzept für Lithium-Ionen-Batterien.

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