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Für Max Wojtynia spielte die Teilnahme an der DRIVE-E-Akademie eine große Rolle für seine Karriere.
Bild: privat

Für Max Wojtynia spielte die Teilnahme an der DRIVE-E-Akademie eine große Rolle für seine Karriere.

Interview mit Max Wojtynia, Alumnus von DRIVE-E, dem Nachwuchsprogramm des Bundesministeriums für Bildung und Forschung und der Fraunhofer-Gesellschaft zur Elektromobilität.

Die diesjährige DRIVE-E-Akademie, das renommierte interdisziplinäre Nachwuchsprogramm für die Elektromobilität, ist kürzlich in München zu Ende gegangen. Als Medienpartner hat emobilität.online das einwöchige DRIVE-E-Programm intensiv begleitet und Teilnehmende zu Wort kommen lassen.

Welche Bedeutung und welchen Einfluss DRIVE-E auf den weiteren Werdegang der Teilnehmenden haben kann, wollten wir von Max Wojtynia wissen, der die DRIVE-E- Akademie 2015 absolvierte und heute in der Beratung bei P3 automotive als "Schnittstelle zwischen dem elektrischen Antrieb im Fahrzeug und dem Laden des Fahrzeugs" arbeitet.

emobilität.online: Wann und warum haben Sie begonnen, sich für Elektromobilität zu interessieren?

Max Wojtynia: Zur Elektromobilität kam ich über meine Zeit in der Formula Student, wo ich einen der ersten batterie-elektrischen Wagen mit entwickelt und aufgebaut habe. Seit ich dort gesehen habe, was die Autos im Vergleich zu Verbrennern leisten können, bin ich Fan. Einen Tesla zu fahren ist mein Traum und ich warte ungeduldig auf mein Model 3.

Was gab den Ausschlag, sich für das DRIVE-E-Programm zu bewerben?

Die DRIVE-E 2015 kam für mich genau zum richtigen Zeitpunkt. Ich hatte mich bereits ein paar Jahre mit dem Thema auseinandergesetzt und gerade angefangen, als Praktikant auch aktiv echte Industrieprojekte mitzugestalten. Das Interesse war also geweckt und ich wollte unbedingt mehr erfahren. Ich habe in der Projektwoche dann einige Basics gelernt, sehr coole Erfahrungen gesammelt und viele interessante Leute kennengelernt.

Welche Rolle spielte die Teilnahme an der DRIVE-E-Akademie bei Ihrem weiteren Werdegang?

Ich habe immer noch Kontakt zu einigen anderen Teilnehmern aus meinem „Jahrgang“. Wir treffen uns auf Konferenzen und ich suche ständig nach Möglichkeiten, um mit ihnen zusammen zu arbeiten. Networking der wenigen Experten ist unerlässlich für eine frisch entstehende Technologie. Die Elektromobilität stellt nicht nur eine Industrie vor enorme Herausforderungen – das ist nicht durch Einzelne zu bewältigen, sondern muss (so langweilig es sich auch anhört) in interdisziplinären Teams gelöst werden.

Also können Sie allen Studierenden nur empfehlen, sich zu bewerben?

Unbedingt. Den Wissens-Boost, den ich erfahren habe, möchte ich nicht missen. Wer sich als Student in Deutschland für Elektromobilität einsetzt und auch selbst schon Erfahrungen mitbringt, sollte teilnehmen und sich in die Diskussion einbringen.

Heute unterstützen Sie als Berater Unternehmen und Behörden unter anderen dabei, eine zukunftsfähige Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge zu errichten. Wie kann man sich Ihre Beratungstätigkeit vorstellen?

Häufig leisten wir erst einmal Grundlagenarbeit und müssen aufklären, was da genau vor sich geht beim Laden eines Elektrofahrzeugs. Es geht meist so weit, dass wir strategisch unterstützen, wenn Ladeinfrastruktur aufgebaut werden soll. Dazu gehört vor allem die Analyse von geeigneten Standorten, die Auswahl der besten Hardware für den jeweiligen Einsatzzweck oder sogar die Begleitung der Neuentwicklung von ganzen Mobilitätskonzepten. Es macht mir unheimlich Spaß immer mehr Leute mit meiner Begeisterung anzustecken und ihnen zu erklären, wie sie ihre Firmen, Technologien und Produkte anpassen sollten.

Wie sieht Ihre persönliche Einschätzung hinsichtlich des aktuellen Stands des Ladeinfrastrukturausbaus in Deutschland und Europa aus?

Einige sinnvolle und vernünftig dimensionierte Initiativen zum Aufbau von Schnellladeinfrastruktur sind gerade gestartet. Das Henne-Ei-Problem „Erst die Elektroautos oder erst die Ladestationen?“ ist also mittlerweile kein Thema mehr. Auch dem Argument der Reichweitenangst wird so Wind aus den Segeln genommen. Vielmehr geht es nun darum, dass die hunderten geplanten Ladesäulen auch rechtzeitig aufgebaut sind, für möglichst viele Kunden verfügbar und intuitiv zu benutzen sind.

Was ist Ihrer Meinung nach die größte strategische Herausforderung im Bereich Ladeinfrastruktur und Ladeinfrastrukturausbau?

Zu beobachten ist, dass die Bezahlmethoden und Preismodelle noch sehr unterschiedlich sind. Das ist für einen durchschnittlichen Kunden nicht transparent und hemmt vermutlich die Akzeptanz. Hier bemühen sich zum Glück auch die OEMs, da sie die ersten Ansprechpartner für die Kunden sind. Es wird sich zeigen, wer das einfachste und gleichzeitig wirtschaftlichste Modell ausrollen kann.

Wird irgendwann in der Zukunft das induktive Laden das kabelgebundene Laden ablösen? Oder erwartet uns etwas völlig Neues?

Induktives Laden ist in der Leistungsfähigkeit stark begrenzt. Gleichzeitig macht es nur als optionale Ausstattung Sinn, was es sehr teuer macht. Für besonders komfortorientierte Kunden ist es eine tolle Technik, aber für den Massenmarkt hat es keine Relevanz. Für Busse ist es anders – hier kann die Technologie ein Hebel zur Verkleinerung der Batterien sein und somit enorm an Kosten sparen.

Vielen Dank für das Interview!

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