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Dr. Akira Yoshino war maßgeblich an der Entwicklung der Lithium-Ionen-Batterietechnologie beteiligt.
Asahi Kasei

Dr. Akira Yoshino war maßgeblich an der Entwicklung der Lithium-Ionen-Batterietechnologie beteiligt.

Interview mit Dr. Akira Yoshino, einem der Begründer der Lithium-Ionen-Batterietechnologie

Anlässlich einer Pressekonferenz von Asahi Kasei Europe zu künftigen Antriebstechniken ergab sich die Gelegenheit, einige Fragen an Herrn Dr. Akira Yoshino zu richten. Dr. Yoshino ist nicht nur Honorary Fellow des japanischen Chemie- und Technologiekonzerns Asahi Kasei Corp. Tokyo, dem Marktführer für Lithium-Ionen-Batterieseparatoren, sondern auch Träger des renommierten Japan-Preises 2018, einem der weltweit angesehensten Auszeichnungen auf dem Gebiet der Technik.

emobilitaet.online: Herr Dr. Akira Yoshino, Sie gelten als einer der Väter der Lithium-Ionen-Batterie. Was ist der größte Vorteil eines Lithium-Ionen-Akkus im Vergleich zu anderen Batterietypen?

Dr. Akira Yoshino: Meiner Meinung nach hat die Lithium-Ionen-Batterie drei entscheidende Vorteile: Zum einen ist die Energiedichte sehr hoch. Des Weiteren ist der Preis pro Wattstunde niedrig, in Japan liegt er bei 10Yen/Wh (umgerechnet 0,077 Euro; Anmerkung emobilitaet.online). Schließlich ist die Lithium-Ionen-Batterietechnologie bereits seit über 25 Jahren auf dem Markt, hat sich bewährt und wurde in dieser Zeit konsequent weiterentwickelt.

Seit der ersten kommerziellen Verwendung von Lithium-Ionen-Batterien Anfang der 1990er Jahre hat sich einiges getan. Welche Entwicklungen kann die Lithium-Ionen-Batterie noch nehmen?

Ja, es hat sich in der Tat einiges getan. Sowohl das Kathoden- als auch das Anodenmaterial wurden nach der Kommerzialisierung der Lithium-Ionen-Batterie stark verbessert. Diese Optimierung der Materialien wird sich bestimmt auch zukünftig fortsetzen. Beim Elektrolyt hingegen gab es nach der Kommerzialisierung keine wesentlichen Verbesserungen. Das ist eine wichtige Aufgabe für die Zukunft. Die Festkörperbatterie bietet hierfür eine technische Lösung.

Die Lithium-Ionen-Batterietechnologie hat entscheidend zum Durchbruch der Elektromobilität beigetragen. Wird sie auch in Zukunft eine große Rolle spielen oder von anderen Batterietechnologien abgelöst werden?

Die Lithium-Ionen-Batterietechnologie wird auch zukünftig eine wichtige Rolle spielen. Neben Leistung und Preis ist auch die Marktreife dieser Technologie ein wichtiger Punkt. Es wird sehr viel Zeit vergehen, bis sich eine neue Sekundärbatterietechnologie auf dem Markt fest etablieren wird.

Lithium Ionen Batterie Elektroauto

Modernes Lithium-Ionen-Batteriepack wie es in Elektroautos und Hybridfahrzeugen zum Einsatz kommt - Bildquelle: Asahi Kasei

Derzeit existieren verschiedene Lithium-Ionen-Batterie-Zellformate. Könnte eine Standardisierung positive Auswirkungen für die Industrie und die Endkunden entfalten oder haben alle Formate ihre Berechtigung?

Standardisierung ist sehr wichtig und gleichzeitig sehr schwierig. Ich denke, dass hier die Erfahrungen der Lithium-Ionen-Batterietechnologie für Mobilgeräte gute Hinweise geben können. Bei Batterien für Laptop-PCs waren die Formen der Batterien anfangs sehr unterschiedlich, bis sich schließlich die jetzige Form 18650 durchsetzen konnte und zum Standard wurde. Bei Batterien für Smartphones hingegen gibt es auch derzeit noch viele unterschiedliche Formen. Entscheidend wird sein, ob der Standardisierungsprozess für EV-Batterien jetzt beginnt.

Asahi Kasei stellt gerade sein Konzeptauto AKXY™ in Europa vor. Was ist, vor allem hinsichtlich der Batterietechnologie, das Besondere an diesem Fahrzeug und worin unterscheidet es sich von den vielen anderen Elektroauto-Studien, die dieser Tage präsentiert werden?

AKXY ist zwar ein elektrisch betriebenes Auto. Der Hauptgrund für dieses Konzeptauto ist jedoch, der Automobilindustrie und allgemein der Öffentlichkeit die 36 unterschiedlichen Materialien und Technologien zu zeigen, die in dem Fahrzeug verbaut sind. Neben neuartigen Sensoren für selbstfahrende Autos werden auch mikroporöse Membrane wie Hipore™ für Lithium-Ionen Batterieseparatoren und andere Technologien präsentiert, die künftige Autogenerationen effizienter und sicherer machen.

Akira Yoshino Konzeptauto AKXY

Dr. Yoshino mit dem Konzeptauto AKXYTM - Bildquelle: Asahi Kasei

Was halten Sie von der Brennstoffzellentechnologie? Toyota scheint davon überzeugt zu sein, dass sie sich in mittlerer Zukunft als Energielieferant im Bereich Elektromobilität durchsetzen wird.

Es ist sehr schwierig, zu den verschiedenen Herausforderungen bei der Brennstoffzellentechnologie klare Antworten zu finden. Entscheidend wird zuallererst sein, wie sich die Mobilität in der Zukunft entwickelt – autonomes Fahren etc. – und welche Batterietechnologie für welches Mobilitätsmodell passend sein wird. Wenn sich autonomes Fahren durchsetzt, muss auch der Auflade-/oder Tankprozess automatisch und autonom erfolgen. Das ist nur bei einer Batterie möglich und zeigt sich bereits bei Putzrobotern.

Vielen Dank für das Interview!

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