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Autonomes Fahrzeug im Carsharing-Betrieb: Nachdem der Mieter das Auto angefordert hat, navigiert es selbstständig zum Abholbereich
Fraunhofer IPA

Autonomes Fahrzeug im Carsharing-Betrieb: Nachdem der Mieter das Auto angefordert hat, navigiert es selbstständig zum Abholbereich

Nach Google und Tesla jetzt Fraunhofer: Wissenschaftler am Stuttgarter Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA arbeiten an Technologien, die automatisiertes Fahren ermöglichen. Das Ziel: Elektroautos, die künftig eigenständig parken und auch ohne Fahrer die nächste Ladestation finden bzw. ohne menschliche Hilfe durch den Verkehr navigieren können. Aber Schritt für Schritt: Zunächst geht es um Elektroautos, die selbständig Kurzstrecken zurücklegen können.

Die Forscher greifen dabei auf kostengünstige Sensoren zurück, auf deren Basis sie ein dynamisches Modell entwickeln, welches die Umgebungssituation erfassen soll. Dabei können die Forscher auf ihre umfangreichen Kenntnisse aus der Roboterentwicklung, dem Spezialgebiet des Fraunhofer IPA, bauen – laut IPA seien die jeweiligen Herausforderungen sehr ähnlich. Das Institut verfügt auch schon über einen mit Rädern ausgestatteten Roboter, der selbstständig durch unbekanntes Terrain findet.

 

E-Carsharing als mögliches Anwendungsgebiet

 

Die erworbenen Erfahrungen wollten die Stuttgarter auch für das Auto nutzen – und haben vor anderthalb Jahren mit einem interdisziplinären Team aus Informatikern, Mathematikern, Elektrotechnikern und Mechatronikern das Projekt AFKAR (Autonomes Fahren und intelligentes Karosseriekonzept für ein All-ElectRic Vehicle) ins Leben gerufen. Das erste Projektziel ist es, dass das E-Auto selbstständig eine Parklücke findet und ohne Schrammen einparkt. Die Forscher verfolgen damit v.a. die Idee, dass ein Elektrofahrzeug, bspw. in einem Carsharing-Szenario, in der Lage sein soll, sich ohne menschliche Hilfe mit Strom zu versorgen.

So könnte bspw. in einem entsprechend ausgerüsteten Parkhaus ein Elektroauto ganz bequem an einem beliebigen Stellplatz abgestellt werden. Den Rest könnte das intelligente E-Auto selbst erledigen: Über eine drahtlose Schnittstelle könnte es mit dem Ladestation und dem Parkhaus-Management kommunizieren und Informationen über Standort und Ladestand mitteilen. Wenn der Akku leer und eine freie Stromtankstelle verfügbar ist, könnte es eigenständig an den entsprechenden Ladepunkt rangieren und induktiv geladen werden. Ist der Akku wieder voll, macht es Platz für das nächste E-Auto – das wäre ein effizientes System.

 

Baldiger Praxistest geplant

 

»Die nötige Technologie für dieses Szenario ist heute schon verfügbar«, sagt AFKAR-Projektleiter Benjamin Maidel. Der Aufwand, ein Elektroauto entsprechend umzurüsten, sei nicht so groß - viele moderne PKW verfügen bereits über die meisten Sensoren, die dafür nötig sind. Man müsse die gesammelten Daten nur zusammenführen und entsprechend interpretieren, sodass sie die notwendigen Umgebungsbilder erzeugen. Aktuell entwickeln die Fraunhofer-Experten mithilfe von aufwendigen Simulationsprogrammen die nötige Technologie. In naher Zukunft sollen die Ergebnisse dann mit einem Demonstrationsfahrzeug in der Praxis getestet werden.

Für die fernere Zukunft sei bspw. im Bereich Carsharing denkbar, dass Kunde mit einem Smartphone einen Wagen rufen, der dann selbständig zum gewünschten Ort fährt - Car-Sharing-Flotten könnten so viel besser ausgelastet werden als heute.  »Ob sich das autonome Fahren durchsetzt, entscheidet neben dem Preis auch die Akzeptanz der Kunden sowie die rechtlichen Rahmenbedingungen. Beispielsweise muss auch die Haftung bei Unfällen neu geregelt werden. Wahrscheinlich wird die Technologie schrittweise den Markt erobern«, so Maidel.

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