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Kohlekraftwerk Niederaußem
Vogone | [CC BY-SA 3.0] |  via Wikimedia Commons

Kohlekraftwerk Niederaußem

Eine aktuelle US-Studie zur Klima- und Gesundheitsverträglichkeit von Elektroautos sorgt aktuell für Aufsehen – und gibt Elektromobilitätsskeptikern neue Nahrung. Aber die Studie ist wieder einmal nur ein weiterer Beweis dafür, dass man die Elektromobilität differenziert betrachten muss und Schwarz-Weiß-Denken der Sache nicht dienlich ist.

Denn dass Elektromobilität nur im Zusammenhang mit regenerativ erzeugter Energie einen sehr deutlichen Umweltvorteil bietet, ist hinlänglich bekannt – und die Notwendigkeit von Alternativen zu begrenzten und in Förderung, Verarbeitung sowie Erzeugung klimaschädlichen fossilen Energiequellen ist ebenso unumstritten. Was sagt die Studie? Die Wissenschaftler der University of Minnesota haben nach eigener Aussage die umfassende Ökobilanz von E-Autos untersucht, in der neben dem CO2-Ausstoß auch gesundheitsschädliche Stoffe wie Feinstaub und Ozon berücksichtigt wurden.

Dabei wurde insbesondere auf die Produktion des Ladestroms sowie, zum Vergleich, der anderen Kraftstoffe fokussiert. Zusätzlich simulierten die US-Forscher Klimaveränderungen sowie die Auswirkungen der Luftverschmutzungsszenarien auf die menschliche Gesundheit. Eine der Grundannahmen war, dass 2020 rund 10 Prozent der us-amerikanischen PKW mit alternativen Antrieben ausgerüstet sind. Das drastische Ergebnis für Elektroautos: Mit reinem Kohlestrom betriebene E-Autos stoßen nach den Berechnungen pro Meile rund 350 Prozent des Feinstaubs und Ozons von Benzinern aus.

Dies soll durch die Luftverschmutzung jährlich 3.000 Menschen das Leben kosten – normale Benziner sollen "nur" 900 Todesfälle pro Jahr zur Folge haben. Tote gibt es dieser Studie zufolge auch bei der Nutzung regenerativer Energie: Die Umweltfolgen durch den Bau von Wasser-, Solar- und Windkraftwerken sowie durch die Batterieproduktion würden 250 Tote im Jahr erfordern.

 

Irreführende Zahlenspiele

 

Nun darf man sich nach der Sinnhaftigkeit solcher Zahlenspiele fragen, denn auch in den USA beträgt der Kohleanteil am Strommix bei weitem keine 100 Prozent, sondern knapp 40 Prozent. In Deutschland lag der Kohlestromanteil beim Strommix 2013 bei rund 45 Prozent, der Ökostromanteil bei rund 23 Prozent – für das laufende Jahr sprechen manche Quellen von fast 30 Prozent Ökostrom, Tendenz steigend.

Richtig ist: Der verwendete Strom ist entscheidend für die Ökobilanz von Elektrofahrzeugen, die in der Produktion, v.a. wegen des Batteriepakets, energieaufwendiger sind als Fahrzeuge mit Verbrennermotoren. Und ebenso richtig ist, dass heute schon der deutsche Strommix auch in der Gesamtbilanz einen kleinen Vorteil von Elektroautos gegenüber konventionell betriebenen Fahrzeugen bietet – mit Ökostrom auch einen großen, das bestreiten auch die Autoren der Studie nicht.

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