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Ende 2015 wurde der Feldversuch des enercity-Forschungsprojektes "Demand Response - das Auto als aktiver Speicher und virtuelles Kraftwerk" im Niedersächsischen Schaufenster Elektromobilität beendet. Ziel war es,  Elektroautos systemstabilisierend ins Stromnetz einzubinden und neue Geschäftsmodelle zu entwickeln - was letztendlich realisierbar sei, hänge vor allem vom Ladeverhalten ab, so eines der zentralen Ergebnisse.

Insgesamt standen im Praxistest 40 Fahrzeuge mit eigens entwickelten intelligenten Ladeboxen zur Verfügung, davon 30 unterschiedliche Elektroautos privater und gewerblicher Herkunft sowie 10 VW e-up! aus dem enercity-Fuhrpark. Das Ladeverhalten der Testgruppe im Raum Hannover, Nienburg und Salzgitter wurde im "Demand Response"-Projekt unter 4 verschiedenen Bedingungen untersucht. In jeder Phase wurde ein weiterer Lademodus aktiviert, zwischen denen die Nutzer wählen konnten:

  • Referenzphase 1: beliebiges Laden
  • Referenzphase 2: Laden zu definierten Zeitfenstern (Ladezeiten von 23 – 7 Uhr oder 11 – 15 Uhr)
  • Referenzphase 3: Laden von Strom gemäß Einspeisung durch Erneuerbare Energien (garantierte 3 Stunden Ladezeit zwischen 0 und 6 Uhr, zusätzliche variable Ladezeiten je nach Wetterprognose)
  • Referenzphase 4: stromnetzgeführtes Laden oder Ausspeisen von Strom (flexible Ladezeiten innerhalb der gewählten Mindestanschlusszeit von 6 h sowie Bereitschaft zum Entladen)

 

Ungesteuertes Laden erhöht die Lastspitzen im Stromnetz

 

Die erste 18-wöchige Referenzphase zeigte, dass die häufigsten Ladezeitpunkte in der höchsten Stromnachfrage des Tages (zwischen 18 und 20 Uhr) lagen. Würde künftig eine große Zahl von Elektroautos ungesteuert laden, würde das zu noch höheren Lastspitzen führen – für die Projektinitiatoren ein Beweis für die Dringlichkeit, das Laden von E-Autos stromnetzstabilisierend zu steuern. In der 2. Referenzphase zeigte sich bereits eine deutliche Lastverschiebung in Richtung späterer Stunden. An der 3. Phase beteiligten sich noch zwei Drittel der Testteilnehmer, über 90 Prozent der Ladevorgänge wurden in flexible Zeiten verschoben. Schließlich wurde in der 4. Referenzphase erprobt, wie sich Elektroautos in virtuellen Kraftwerken nützlich machen können – konkrete Angaben zum Nutzerverhalten machte enercity hierzu nicht, detaillierte Projektergebnisse sollen nach Fertigstellung des Abschlussberichts im Sommer 2016 veröffentlicht werden.

"Unser Projekt zeigt, dass die angebotenen und erprobten Lademodelle einfach handhabbar sind, in die Alltagsabläufe passen und eine hohe Flexibilität aufweisen. Positiv zu bewerten ist, dass rund 90% des Energiebedarfs flexibel geladen wurden und so die Stromnetze stabilisiert und entlastet werden könnten. Die ersten Auswertungen bestätigen eine große Nutzerakzeptanz für netzgesteuertes Laden", so Projektleiter Matthias Röhrig, der als enercity-Abteilungsleiter für die Entwicklung neuer Geschäftsmodelle verantwortlich ist. Die Hauptmotivation der Elektroauto-Fahrer, die Ladeprogramme zu nutzen, sei deren hohes Umweltengagement. So soll insbesondere das Lademodell bevorzugt worden sein, das in Zeiten hoher Stromeinspeisung durch Erneuerbare aktiv wird. Im Durchschnitt luden die Testfahrer ihr E-Auto jeden zweiten Tag, rund die Hälfte kam für ihre Alltagswege mit der halben Akkuladung aus. 

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