Bewertung: 0 / 5

 
Die Verbände VDE|FNN und BDEW ließen in einer Studie untersuchen, wie die zunehmende Anzahl von Elektroautos sich auf die Netzstabilität auswirkt.
pixabay.com

Die Verbände VDE|FNN und BDEW ließen in einer Studie untersuchen, wie die zunehmende Anzahl von Elektroautos sich auf die Netzstabilität auswirkt.

Die Zulassungszahlen von Elektroautos in Deutschland steigen weiter kontinuierlich an. Das Forum Netztechnik/Netzbetrieb im VDE (VDE|FNN) und der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft e. V. (BDEW) haben daher nun eine Studie beauftragt, wie die zunehmende Anzahl von Elektrofahrzeugen sich auf die Netzstabilität auswirkt. Die Ergebnisse der Metastudie „Forschungsüberblick Netzintegration Elektromobilität“ wurden von beiden Verbänden nun vorgestellt.

Das nicht sehr überraschende Ergebnis der Auswertung: Eine Vielzahl an Elektroautos kann zwar das Stromnetz zusätzlich belasten und einen weiteren Netzausbau erforderlich machen, hängt aber stark von den jeweils regionalen Bedingungen und dem Ladeverhalten lokaler Flotten ab. So kann durch ein zentrales Lademanagement, welches es Netzbetreibern ermöglicht Ladevorgänge zu steuern, vermieden werden, dass viele Elektroautos gleichzeitig und mit hoher Leistung in einem Ortsnetz laden.

Voraussetzung hierfür ist laut der Verbände die bereits bestehende Anmeldepflicht für Ladepunkte von Elektrofahrzeugen, damit die Netzbetreiber Steuerungskonzepte effektiv einsetzen können. Zusätzlich ließen sich Lastspitzen durch flexible Preismodelle mindern.

Andrees Gentzsch, Mitglied der Hauptgeschäftsführung des BDEW, erklärt: „Um E-Mobilität erfolgreich in das Stromnetz zu integrieren, müssen Netzausbau und Steuerungskonzepte gut zusammenspielen. Wenn Ladevorgänge intelligent gesteuert werden, kann das Netz effektiver ausgelastet und gleichzeitige Ladevorgänge netzverträglich verteilt werden. Damit können in kurzer Zeit mehr neue Ladeeinrichtungen angeschlossen und die Netze auf den Bedarf ausgelegt werden. Dabei sollte die intelligente Steuerung so wirken, dass der Kunde in seinem Komfort nicht eingeschränkt wird. Wo sinnvoll, sollten Anreize für den Kunden für netzdienliches Laden geschaffen werden.“

Auch die Politik sieht Gentzsch in der Verantwortung die geeigneten rechtlichen Rahmenbedingungen zu schaffen, um den Ausbau der Ladeinfrastruktur zu beschleunigen:

„Letztendlich geht es darum, dass der Kunde seine Ladeinfrastruktur so schnell wie möglich installieren kann. Hier muss der Gesetzgeber aber noch den entsprechenden regulatorischen Rahmen setzen. Außerdem muss der zuständige Verteilnetzbetreiber frühzeitig über geplante Ladeinfrastruktur informiert werden. Das ist Grundvoraussetzung, um potentielle Netzengpässe identifizieren und diesen vorbeugen zu können“, so Gentzsch.

Die Metastudie wurde von der Forschungsgemeinschaft für elektrische Anlagen und Stromwirtschaft e.V. (FGH) durchgeführt. Die Autoren haben dafür mehr als 300 nationale und internationale Studien gesichtet, um daraus 60 Studien qualitativ sowie quantitativ auszuwerten.

Die Bedeutung intelligenten Lademanagements wurde auch von einer erst kürzlich vorgestellten Studie des Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung ISI bestätigt. Die Forscher kamen zu dem Schluss, dass es in Zukunft bei optimaler Netzauslastung durch gesteuertes Laden sogar zu einer Senkung des Strompreises kommen kann.

Die vollständige Metastudie von VDE (VDE|FNN) und dem BDEW sowie weitere Informationen finden Sie hier.

Das könnte Sie ebenfalls interessieren:

22.08.2017 - 07:09

Noch ist die Zahl der Elektroautos auf Deutschlands Straßen sehr überschaubar, die Auswirkungen auf die Stromnetze sind entsprechend gering. Die Situation könnte sich aber bereits in einigen Jahren ändern, wenn sich der forcierte Durchbruch der Elektromobilität vollzieht. Darauf müssen die Netzbetreiber vorbereitet sein – noch ist scheinbar einiges zu tun.

19.09.2017 - 06:41

Anlässlich der IAA in Frankfurt hat der Technologieverband VDE die Studie „Ad-hoc-Laden und spontanes Bezahlen: Wie sich punktuelles Aufladen umsetzen lässt“ veröffentlicht. Die Untersuchung nimmt die Rentabilität von Bezahlsystemen an Stromtankstellen unter die Lupe und will aufzeigen, wie Betreiber mit Anreizen gelockt werden können – denn noch lohne sich der Ladesäulen-Betrieb vielfach nicht.

17.03.2017 - 09:30

Welche Auswirkungen hat die stärkere Verbreitung von Elektrofahrzeugen auf die Stromnetze? Die Beantwortung dieser Frage am Beispiel Hamburg wurde von der Hamburger Hochbahn AG, den Verkehrsbetriebe Hamburg Holstein GmbH und dem Stromnetz Hamburg GmbH beauftragt und vom Fachgebiet Elektrische Energiesysteme der Helmut-Schmidt-Universität Hamburg erstellt.

Relevante Anbieter

Premiumanbieter der Woche

GreenPack Mobile Energy Solutions

Ladestation gesucht?

Sie sind als Unternehmen oder Kommune auf der Suche nach Angeboten für Ladeinfrastruktur? Jetzt hier schnell und einfach Anfrage stellen:

Angebot anfordern!

Jetzt auf Cargo-Bikes umsteigen!

Kostenfreie Telefonberatung für Ihre individuelle Lastenrad-Lösung.

Termin vereinbaren!

Newsletter

Sie wollen nichts mehr verpassen?
Hier unsere Newsletter abonnieren und Sie sind immer rundum informiert!

Datenschutz