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In der Batteriewechselstation werden die zwei Batterien an der Lkw-Flanke mit einem Gabelstapler durch zwei vollgeladene Akkus ersetzt – in weniger als 15 Minuten.
Hornischer GbR

In der Batteriewechselstation werden die zwei Batterien an der Lkw-Flanke mit einem Gabelstapler durch zwei vollgeladene Akkus ersetzt – in weniger als 15 Minuten.

Wartezeit beim Stromtanken lässt sich durch einen schnellen Batteriewechsel vermeiden und es gibt bereits einige solcher Wechselakku-Projekte, beispielsweise für Elektro-Tretroller. Aber eignet sich diese Technik auch für mehrere tausend Kilogramm schwere Elektro-Lkw-Batterien? Derzeit erprobt ein Projekt ebendies: Das Projekt „RouteCharge“, Teil des BMWi-Technologieprogramms „IKT für Elektromobilität“, will ab diesem Frühjahr ein Lkw-Wechselakkusystem im Praxiseinsatz testen.

Zunächst wurde ein Elektro-Lkw konzipiert und gebaut, der bereits seit vergangenem Jahr bei der Spedition Meyer & Meyer im Einsatz auf der Straße ist. Die Thüringer Lkw-Werkstatt Framo hat den 19-Tonner-Prototyp gebaut, der sowohl ein AC-, ein DC- als auch ein Laden mit Wechselbatterien ermöglicht und bei der Dekra zugelassen. Der E-Lkw hat zwei Batterien mit je 2.000 Kilogramm Gewicht und einer Reichweite von mehr als 200 Kilometern.

Batteriewechselstationen als Energiespeichersystem für das Stromnetz

An der Speditionsroute von Peine über Burg nach Berlin wurden drei Batteriewechselstationen errichtet, an denen die Batterien schonend aufgeladen werden und dann rechtzeitig zum Wechsel vollgeladen sind. Die beiden Lkw-Batterien werden beim Akkuwechsel mit einem Gabelstapler in weniger als 15 Minuten vom Laderegal zum Lkw befördert und sicher an den Lkw-Flanken angebracht. Die Batteriewechselstationen sind zudem in ein Virtuelles Kraftwerk integriert und können als Energiespeichersystem dienen: Sie können Strom bereitstellen, um das Stromnetz zu stabilisieren.

Rolf Meyer, Teilhaber von Meyer & Meyer, zur Umstellung von Speditionen auf Elektro-Lkw: „Hersteller von Nutzfahrzeugen müssen den Anfang machen, indem sie zuverlässige und günstigere E-Lkws anbieten. Wenn die Hersteller zusätzlich eine funktionierende Batteriewechselinfrastruktur aufbauen würden, werden Speditionen das Angebot sicherlich annehmen. Kleine und mittelständische Logistikdienstleister werden den Schritt zur Elektromobilität erst wagen, wenn sich Elektro-Lkw als wirtschaftliche und zuverlässige Alternative zum Diesel bewiesen haben. Im wettbewerbsintensiven Transportmarkt gibt es keinen Spielraum für Experimente!“

3,4 Tonnen CO2-Reduktion auf Pilotstrecke

Die Batteriewechselzeit von weniger als 15 Minuten eigne sich für einen 24/7- Speditionsbetrieb meint das Projektteam. Auf der Pilotstrecke rechnen sie bei etwa 500 Streckenkilometern mit einer jährlichen Einsparung von rund 3,4 Tonnen CO2. Zum Konsortium von RouteCharge gehören neben der Spedition Meyer & Meyer das Fraunhofer Institut für Produktionsanlagen und Konstruktionstechnik, die TU Berlin mit dem Fachbereich Logistik, das DAI-Labor Berlin und die WEMAG AG aus Schwerin.

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