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Ladespitzen erforschen und reduzieren: Netzbetreiber-Projekt zum Heimladen abgeschlossen (Beispielfoto: Tesla Model 3).
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Ladespitzen erforschen und reduzieren: Netzbetreiber-Projekt zum Heimladen abgeschlossen (Beispielfoto: Tesla Model 3).

Das Projekt „NETZlabor Intelligentes Heimladen“ in Wangen im Allgäu ist abgeschlossen: Im Rahmen des Projekts nutzten acht Wangener Haushalte ein halbes Jahr lang ausschließlich E-Autos, die ihnen die Netze BW zur Verfügung gestellt hatten. Der Netzbetreiber wollte herausfinden, vor welchen Herausforderungen ein örtliches Stromnetz durch den Hochlauf der Elektromobilität steht sowie intelligentes Lademanagement erproben und weiterentwickeln.

Besonders die Auswirkungen des Ladeverhaltens auf das Stromnetz und ggf. Maßnahmen zum Gegensteuern, falls das verstärkte Laden von E-Fahrzeugen im privaten Bereich das Netz an seine Belastungsgrenze bringt, interessierte das Unternehmen dabei.

Ladespitzen abends und in der Woche

Für das Projekt waren digitale Stromzähler mit zusätzlichen Steuerboxen versehen worden, um die Ladevorgänge temporär steuern zu können. In den sechs Monaten des Projektes wurde eine maximale Lade-Gleichzeitigkeit von 50 Prozent verzeichnet, sprich: bis zu vier der acht Autos haben zur gleichen Zeit geladen. Die durchschnittliche Ladedauer betrug etwas mehr als drei Stunden, die gesamte Ladedauer aller Projekt-Stromer fast 2.600 Stunden.

„Wir haben vor allem in den Abendstunden und unter der Woche eine deutlich höhere Belastung des Stromnetzes festgestellt. Durch intelligentes Lademanagement konnte die Netzbelastung jedoch erheblich reduziert werden“, erklärt Projektleiter Sven Zahorka.

Im Projekt wurden intelligente Messsysteme und Steuerboxen getestet: Durch das intelligente Steuern der Ladevorgänge dauerten diese ca. 30 Minuten länger. Dies stieß bei den Teilnehmenden aber auf sehr große Akzeptanz, da die Autos am Morgen stets mit vollem Akku fahrbereit waren.

Intelligentes Lademanagement schafft Zeit für Netzausbau

Die Testfahrenden legten mit „ihren“ VW E-Golf, BMW i3 oder ihrem Tesla Model 3 durchschnittlich 1.415 Kilometer pro Monat zurück. Alle Teilnehmenden haben die Projekt-Wallboxen anschließend übernommen; viele überlegen, sich als Nächstes ein E-Auto anzuschaffen.

Das Resümee der Netze BW: Ein intelligentes Lademanagement ermöglicht es, mehr Ladeinfrastruktur für E-Fahrzeuge in bestehende Stromnetze schneller integrieren zu können und verschafft den Netzbetreibern so Zeit zum Ausbau – denn die Netze müssen trotzdem weiter ausgebaut werden.

Projekt „NETZlabor Intelligentes Heimladen“ insgesamt an fünf Standorten

Das Projekt wurde noch an vier weiteren Standorten in Baden-Württemberg durchgeführt: in Ettenheim und Ringsheim (Ortenaukreis), in Dossenheim (Rhein-Neckar-Kreis) und in Künzelsau (Hohenlohekreis). Insgesamt nahmen 37 Haushalte in den fünf Standorten am Projekt teil und bekamen 37 Elektroautos zur Verfügung gestellt. Sie sind an insgesamt 913 Projekttagen gut 380.000 Kilometer gefahren und haben 74.115 Kilowattstunden Strom geladen.

„Im Laufe der 2019 gestarteten Projektreihe konnten wir eine Lademanagementlösung erproben und weiterentwickeln, die wir zukünftig für die skalierbare Ansteuerung von privaten Ladepunkten einsetzen können. Unser Ziel ist es, diesen Lösungsansatz so weiterzuentwickeln, dass dieser als Standard für netzdienliches Lademanagement in Haushalten eingesetzt werden kann“, so Zahorka.

Mithilfe der Technik konnten durch die E-Autos verursachte Lastspitzen laut dem Netzbetreiber um 30 bis 48 Prozent reduziert werden – ohne Mobilitätseinschränkungen.

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