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Die verwendeten E-Autos von Nio werden von Mobileye mit Kameras und Sensortechnik ausgerüstet.
Deutsche Bahn

Die verwendeten E-Autos von Nio werden von Mobileye mit Kameras und Sensortechnik ausgerüstet.

Die Deutsche Bahn und der Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) werden mit lokalen Partnern in Darmstadt und im Kreis Offenbach automatisiert fahrende Elektro-Shuttles testen. Nach Angaben der Unternehmen eine Weltpremiere im öffentlichen Nahverkehr. Die E-Shuttle sollen später ganz ohne Fahrer mit üblicher Geschwindigkeit im normalen Straßenverkehr unterwegs sein.

Die verwendeten E-Autos kommen vom Nio, die Kamera- und Sensortechnik von Mobileye. Die Test- und Implementierungsphase läuft über zwei Jahre und wird vom Bundesministerium für Digitales und Verkehr (BMDV) mit vier Millionen Euro gefördert.

„Gerade auf dem Land stößt die Forderung nach mehr ÖPNV-Angebot bei gleichzeitig niedriger Nachfrage oft an ihre wirtschaftlichen Grenzen. Hinzu kommt, dass bis zum Jahr 2030 in Deutschland rund 87.000 Busfahrerinnen und Busfahrer fehlen werden. Diese Kombination stellt uns vor ein großes Problem, denn wir brauchen den ÖPNV dringend, um unsere Klimaziele zu erreichen. Selbstfahrende E-Shuttles, die auf Bedarf gerufen werden können, sind darum insbesondere für den ländlichen Raum ein echter Gamechanger. Und das Beste: Das ist keine Science-Fiction, sondern bereits ab kommendem Jahr Teil des regulären ÖPNV-Angebots in unserem Land“, sagt Bundesverkehrsminister Volker Wissing.

Start im Mai - 14 Testfahrzeuge 

Im Mai wird ein autonomes Fahrzeug erstmals in Darmstadt unterwegs sein. In den Monaten danach kommen 14 weitere Fahrzeuge dazu. Acht fahren im Kreis Offenbach, sieben in Darmstadt. In der ersten Testphase sind alle Shuttles mit speziell ausgebildeten Fahrern und ohne Fahrgäste unterwegs. Nach erfolgreicher zweiter Testphase mit Testkunden sollen die Fahrzeuge in die bereits bestehenden On-Demand-Angebote in Darmstadt („HeinerLiner“) und im Kreis Offenbach („kvgOF Hopper“) integriert werden und dann für jeden Interessierten buchbar sein.

„Wir schlagen ein neues Kapitel im Nahverkehr auf. Autonom fahrende Fahrzeuge sind eine Riesenchance, um die Mobilitätswende auch im ländlichen Raum voranzubringen. Wir werden die neue Technologie gründlich testen, damit unsere Fahrgäste sich wohlfühlen und sicher ans Ziel kommen. Zusammen mit unseren Tochterunternehmen CleverShuttle und ioki machen wir den öffentlichen Nahverkehr so bequem und flexibel wie das eigene Auto“, sagt Evelyn Palla, Vorständin Regionalverkehr Deutsche Bahn AG. 

An dem Projekt sind außer dem RMV und der DB die lokalen Verkehrsunternehmen HEAG mobilo und Kreisverkehrsgesellschaft Offenbach (kvgOF) beteiligt. Die DB-Töcher CleverShuttle und Ioki betreiben bzw. stellen die Software für die Fahrzeuge. Wissenschaftlich begleitet wird das Projekt vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR), dem Karlsruher Institut für Technologie (KIT) und dem Verband deutscher Verkehrsunternehmen (VDV).

RMV-Ridesharing Netzwerk

Die DB und der RMV arbeiten seit 2020 beim deutschlandweit größten On-Demand-Netzwerk zusammen. Unter dem Dach des RMV gibt es das Angebot aktuell in insgesamt neun Städten und Landkreisen und soll bis zum Ende des Jahres 100 Batterie- oder Brennstoffzellenfahrzeuge umfassen, die mehr als 3.000 virtuelle Haltestellen bedienen. RMV und DB wollen durch die flexiblen Bedarfsverkehre neue Kunden für den öffentlichen Nahverkehr gewinnen und so Moblilitätswende und Klimaschutz voranbringen.

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