Bewertung: 0 / 5

Das Forscherteam um Dr. Daniel Beverungen (vorn, 2. v. r.) beim Auftakt des Projekts
Universität Münster

Das Forscherteam um Dr. Daniel Beverungen (vorn, 2. v. r.) beim Auftakt des Projekts

Die teure Batterietechnologie ist einer der Hauptgründe für die hohen Anschaffungspreise für Elektroautos und die daraus resultierende mangelnde Bereitschaft der Menschen, E-Fahrzeuge zu kaufen. Dazu kommt, dass die Akkus nach heutigem Stand der Technik sich nur rund 10 Jahre für den Betrieb von Elektroautos eignen. Batterien müssen also billiger und zudem die mögliche Weiterverwendung ausgedienter E-Auto-Akkus geklärt werden. Hier setzt das neue Forschungsprojekt "EOL-IS" (End-Of-Life Solutions für eCar-Batterien) des Instituts für Wirtschaftsinformatik und des Batterieforschungszentrum MEET der Universität Münster an: Die Wissenschaftler wollen Konzepte und Lösungen entwickeln, um jede Batterie optimal weiterzuverwenden - und damit einen Beitrag zu einer erschwinglichen Batterietechnologie zu leisten.

Denn auch wenn die Speicherkapazität nach 10 Jahren für den weiteren Einsatz in Elektroautos nicht mehr ausreicht, müssen die Batterien danach nicht zwingend entsorgt werden. Angesichts der zunehmenden Zahl von Elektrofahrzeugen und somit Batterien liege hier ein großes Potenzial. So sei bspw. die Weiternutzung für kleinere Fahrzeuge und Geräte oder die Verwendung als Zwischenspeicher für die aus Windkraft- oder Photovoltaikanlagen gewonnene Energie denkbar.

 

Ziel: Beste Verwertungsmöglichkeit für jede einzelne Batterie bestimmen

 

Die möglichen Nutzungs-Szenarien werden anhand der jeweiligen Beschaffenheit und des Zustands der Batterie bestimmt. Daraus sollen maßgeschneiderte Dienstleistungsangebote entstehen, um die Bereitschaft der Kunden zu erhöhen, gebrauchte Akkus zu kaufen bzw. zu nutzen. Um Risiken durch einen Kauf zu mindern seien bspw. Gebühren für jeden Ladevorgang denkbar. Ziel ist die Entwicklung einer Software, die die Ermittlung der jeweils besten Weiterverwendungsmöglichkeit für jede Batterie ermöglicht.

Der wissenschaftlicher Leiter von "EOL-IS", Dr. Daniel Beverungen, hebt die wirtschaftliche und ökologische Bedeutung des Projekts hervor: "Unser Projekt trägt dazu bei, einen Markt für die Weiterverwendung gebrauchter Batterien aus Elektroautos zu etablieren. Dadurch profitieren sowohl die Automobilindustrie als auch die Kunden, da die Kosten für Elektroautos sinken. Günstigere Anschaffungspreise können wiederum zu einem steigenden Interesse an der Elektromobilität in Deutschland führen." Um optimale Lösungen zu entwickeln, arbeiten die Forscher mit Automobilherstellern, Recyclingunternehmen und Energieberatungen zusammen. Forschungspartner sind "P3 energy and storage" aus Aachen, die im Projekt neue Verfahren zur automatisierten elektronischen Bestimmung des Batteriezustands entwickeln, sowie "Hellmann Process Management" aus Osnabrück, die sich in diesem Zusammenhang mit Logistik-Konzepten beschäftigen. Das Projekt "EOL-IS" läuft bis Ende 2016 und wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) mit über zwei Millionen Euro gefördert.

 

Quelle: uni-muenster.de

Relevante Anbieter

Newsletter