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Seit Herbst 2012 testet das Kompetenzzentrum Ländliche Mobilität der Hochschule Wismar unter der Leitung Prof. Udo Onnen-Webers in einem groß angelegten Feldversuch ein neues Verkehrssystem in den vier ländlichen Regionen Mecklenburg-Vorpommerns Salzhaff, Klützer Winkel, Usedom und Mecklenburgische Seenplatte. Das Forschungsvorhaben trägt den Namen inmod – elektromobil auf dem Land und möchte durch ein innovatives, multimodales Verkehrskonzept unter Einsatz von Schnellbussen und E-Bikes als Zubringer die öffentliche Mobilität in strukturschwachen ländlichen Regionen wiederbeleben (ein interessantes eMobilitätOnline-Interview mit Prof. Onnen-Weber zu dem inmod-Projekt finden Sie hier). 2012 wurde das Projekt mit dem E-Bike-Award ausgezeichnet.

Eigentlich macht inmod gerade Winterpause, zumindest die E-Bikes verbringen die frostigen Tage in einer Garage – dennoch ist das Forschungsvorhaben vor ein paar Tagen in die Schlagzeilen geraten. Regionale Medien berichteten über die Kritik zweier Bürgermeister im Klützer Winkel an dem inmod-Projekt. Der Bürgermeister der Gemeinde Kalkhorst äußerte Unverständnis, dass angesichts der seiner Meinung nach geringen Auslastung der Fahrradboxen in Kalkhorst weitere im Ortsteil Elmenhorst aufgestellt werden sollen. Er sowie ein weiterer Bürgermeister aus der Region halten das Pilotprojekt der Hochschule Wismar zumindest im Klützer Winkel für gescheitert.

 

Prof. Onnen-Weber: Wortwahl der Berichterstattung lasse falsche Schlüsse zu

 

Dies möchte inmod-Leiter Prof. Onnen-Weber so nicht stehen lassen. Die Berichterstattung erwecke den Eindruck, dass einige Bürgermeister dem Projekt kritisch gegenüberstünden – tatsächlich handelt es sich aber nur um zwei von vielen in den inmod-Regionen. Gegenüber eMobilitätOnline teilte er mit, dass das Forschungsvorhaben durchaus Erfolge vorzuweisen habe – wenn man es denn an realistischen Erwartungen messe. Man könne nicht davon ausgehen, dass sich innerhalb eines aktuell anderthalbjährigen Feldversuches das Mobilitätsverhalten der Bevölkerung komplett ändere. Und angesichts 175 neuer Teilnehmer in dieser bevölkerungsarmen Region, die zuvor in großen Teilen das Auto genutzt haben, könne man durchaus von einer positiven Entwicklung sprechen. Prof. Onnen-Weber verweist auch darauf, dass alle Bürger, die das neue Verkehrssystem nutzen, begeistert seien. Diese Begeisterung habe sich im Klützer Winkel bedauerlicherweise nicht auf alle Politiker übertragen. Woher die Ablehnung komme, aus politischem Kalkül oder Desinteresse, sei schwer festzumachen. Auch die Bemerkung, dass von dem Geld neue Fahrradwege hätten gebaut werden können, möchte der Wismarer Wissenschaftler nicht unkommentiert lassen: Ein Bürgermeister müsse schließlich wissen, dass Bund und Länder etatistisch agieren.

Weiterführende Informationen zum inmod-Projekt finden Sie hier.

 

Quellen: ostsee-zeitung.de, eigene Recherche

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