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An den Ladestationen in Deutschland lädt man häufig noch viel zu teuer.
Vitavia | [CC BY-SA 4.0] |  via Wikimedia Commons

An den Ladestationen in Deutschland lädt man häufig noch viel zu teuer.

Der Ökostromanbieter Lichtblick hat seine zweite Studie zur Ladeinfrastruktur in Deutschland vorgestellt. Gemeinsam mit dem Marktforschungsinstitut statista wurden die elf größten Ladesäulen-Betreiber und deren Tarife, Zugangsmöglichkeiten und deren regionale Verteilung untersucht. Das Ergebnis: Der Zugang und auch die Handhabung der Ladesäulen ist für Elektroauto-Fahrer immer noch alles andere als kundenfreundlich.

So ist der Markt geprägt von verwirrenden Tarifstrukturen, unterschiedlichen Zugangsvorrausetzungen und nicht einheitlichen Abrechnungsmethoden.

"Die Ladeinfrastruktur ist ein chaotischer Flickenteppich. Regionale Monopolisten diktieren Preise und schaffen ein babylonisches Wirrwarr an Karten, Apps und Bezahlsystemen. Der Dumme ist am Ende der Kunde. Wir wollen und brauchen in Deutschland eine zügige Verkehrswende. Aber so kann sie nicht gelingen", konstatiert Gero Lücking, Geschäftsführer für Energiewirtschaft bei LichtBlick SE.

Regionale Monopole bei der Ladeinfrastruktur

Und auch der Ladestrom ist verhältnismäßig teuer: Sieben der 11 untersuchten Ladesäulen-Betreiber haben einen Tarif der deutlich über dem durchschnittlichen Kilowattstundenpreis von Haushaltsstrom (von derzeit ca. 29,4 Cent) liegt. So zahlt z.B. ein Elektroauto-Fahrer bei den Stadtwerken München aktuell 46,7 Cent und bei Allego in Berlin 44,3 Cent pro Kilowattstunde. Am teuersten lädt man beim Energieversorger EnBW. Dort sind aktuell 54,5 Cent pro Kilowattstunde zu zahlen. Es gibt aber auch Positivbeispiele. So ist das Laden bei Mainova mit 13,3 Cent deutlich günstiger als mit Haushaltsstrom. Sogar komplett kostenfrei stellen momentan noch die Stadtwerke Leipzig sowie RheinEnergie ihren Strom zur Verfügung. Ladesäulencheck 2018

(c) obs/LichtBlick SE

Dass hohe Preise dominieren, lässt sich auch durch regionale Monopol-Stellungen erklären. Oft gibt es in den Regionen nur einen Anbieter. Laut der Studie betreibt zum Beispiel EWE rund 90 Prozent der insgesamt rund 500 öffentlichen Ladesäulen im eigenen Netzgebiet des Weser-Elbe-Gebiets.

"So kann der Betreiber durch die mangelnde Konkurrenz Preis, Tarif und Vorrausetzungen für eine Ladung frei von Wettbewerb deutlich oberhalb des Haushaltsstrompreises festlegen", erklärt Gero Lücking. Lichtblick fordert daher ein komplett neues Konzept für die Versorgung der Ladeinfrastruktur: "Kunden sollten ihren Haushaltsstrom-Tarif an jeder Ladesäule tanken können. Dazu müssen die Ladesäulen den Netzen zugeschlagen werden", fordert Lücking.

Er führt weiter aus: "Der Wettbewerb ist nur direkt an der Ladesäule möglich, der Fahrer wählt seinen Fahrstrom-Lieferanten so frei wie er heute auch seinen Haushaltsstrom-Lieferanten wählt. So kann jeder E-Autobesitzer den Stromtarif seines Wunschversorgers mit einer Ladekarte an jeder öffentlichen Ladesäule tanken."

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