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DUH

Saubere Luft in den Städten – das ist nach Ansicht deutscher Umweltverbände nur mit zunehmend strengeren, emissionsbasierten Auflagen für Fahrzeuge zu erreichen. In einer gemeinsamen Erklärung fordern nun die drei großen Umweltverbände Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Naturschutzbund Deutschland (NABU) und die Deutsche Umwelthilfe e.V. (DUH) von der Politik wirksame Maßnahmen, um der anhaltend hohen Stickoxid-Belastung zahlreicher Städte entgegenzuwirken.

Aus der Sicht der Umweltverbände würde eine Blaue Plakette – als Fortführung der bisherigen Umweltzonen-Regelungen – den richtigen Schritt zum Ziel emissionsfreier Innenstädte darstellen. Dies würde den Kommunen ein Werkzeug in die Hand geben, um Fahrzeuge mit hohen Stickoxidemissionen aus besonder belasteten Gebieten auszuschließen.

Für Stickstoffdioxide (NO2) gibt es ähnlich wie für Feinstaub einen Grenzwert, der seit 2010 verbindlich einzuhalten sei. Allerdings sei es die Regel, dass dieser Grenzwert vielerorts überschritten werde – nach Angaben des Umweltbundesamtes (UBA) war dies im Jahr 2013 an rund 56 Prozent der verkehrsnahen Messstationen der Fall. Stickstoffdioxide tragen nicht nur zur Smogbildung bei, sie gefährden auch die Gesundheit und tragen zur Versauerung der Böden bei.

 

Blaue Plakette könne wirksames Instrument zur Förderung der Elektromobilität werden

 

Welche Fahrzeuge sollten nun die Blaue Plakette bekommen? Die Umweltverbände plädieren dafür, die Abgasgrenzwerte für NO2 der Eurostufe 6/VI als Richtwert zu nehmen – demnach würden aktuell rund 60 Prozent der PKW die Blaue Plakette erhalten. Das trifft im aktuellen Bestand auf mehr als 60% der Pkw zu.

Der Bundesgeschäftsführer der DUH, Jürgen Resch, erklärt: "Wir brauchen die Blaue Plakette für besonders schadstoffarme Fahrzeuge, um den für die Luftreinhaltung zuständigen Ländern und Kommunen ein wirksames Instrument zur Minderung der NO2-Belastung in die Hand zu geben. Kurzfristig dürfen in besonders hochbelasteten Kommunen nur noch 'saubere' Fahrzeuge einfahren, um die Gesundheit der Bürger zu schützen und teure Sanktionen der EU zu vermeiden." Jens Hilgenberg vom BUND fügt hinzu: "Umweltzonen haben Fahrzeuge ohne Partikelfilter weitgehend aus den Innenstädten verdrängt und so Luft und Lebensqualität in den Städten deutlich verbessert. Die Blaue Plakette ist eine konsequente Weiterentwicklung dieses erfolgreichen Instrumentes und wird dazu beitragen, die Belastung durch Dieselfahrzeuge ohne wirksame Abgasreinigung zu verringern." Dietmar Oeliger, Verkehrsexperte des NABU, weist auf einen weiteren Aspekt hin: "Die Blaue Plakette kann auch ein wirksames Instrument zur Förderung der Elektromobilität werden, denn Elektroautos würden die Blaue Plakette bekommen. Letztlich ist sie der Einstieg in das Ziel, den Verkehr in den Innenstädten komplett emissionsfrei zu machen."

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