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Ein Rennwagen der Formel E an einem Produktionsstandort des neuen Sponsors voestalpine
voestalpine/Deska

Ein Rennwagen der Formel E an einem Produktionsstandort des neuen Sponsors voestalpine

Seit mehr als einem halben Jahrhundert stellt die Rennserie Formel 1 mit lauten Motoren und Benzingeruch den Verbrennungsantrieb in den Vordergrund. Die Königsklasse des Automobilsports sorgte dabei nicht nur für ein positives Image des Benzinmotors, sondern durch die hohen technischen Anforderungen und den Wettbewerbsdruck auch für eine Vielzahl von Neuerungen, die später auch in den Kfz-Massenmarkt Einzug hielten. Dieses Prinzip will sich auch die Formel E zunutze machen, um der Elektromobilität zum weltweiten Durchbruch zu verhelfen.

Formel E als weltweiter Botschafter für elektrische Antriebe

2014 erstmals gestartet, schließt die nun mittlerweile vierte Saison der ABB FIA Formula E Championship am kommenden Wochenende mit einem großen Finale in New York.

Die Rennserie möchte vor allem neue und junge Zielgruppen erreichen und rückt Werte wie Nachhaltigkeit, Effizienz und technologischen Fortschritt in den Mittelpunkt. Dabei hat man in den letzten Jahren bereits viel erreicht: Die Zuschauerzahlen stiegen zunehmend, große Sponsorenverträge wurden abgeschlossen und die eingesetzten Technologien sind immer leistungsfähiger.

Formel E Berlin

Formel E Rennen im Stadtzentrum von Berlin - (c) Philipp Kahle/eMobilitätOnline

Geschickt nutzten die Veranstalter dabei von Anfang an die Vorteile der Elektromobilität um Emotionen zu wecken: So konkurrieren die zwanzig Fahrer der insgesamt zehn Teams auf Strecken direkt in großen Weltmetropolen wie New York, Hongkong oder Paris, was nur aufgrund der deutlich leiseren Elektromotoren möglich ist.

Fahrzeughersteller und Technologieunternehmen drängen in die Rennserie

Dass die Formel E von der Industrie zunehmend als Plattform zur Erprobung und Optimierung innovativer Technologien wahrgenommen wird, zeigt sich an der mittlerweile namhaften Liste engagierter Zulieferer und Hersteller. Im Januar wurde bekanntgegeben, dass der Schweizer Großkonzern ABB neuer Titelsponsor der Formel E wird. Dies ist Premiere für eine FIA zertifizierte Rennserie.

Auch der österreichische Technologie- und Industriegüterkonzern voestalpine sieht die Vorreiterrolle der Formel E im Bereich Elektromobilität und engagiert sich daher ab der Saison 2018/2019 als Partner und Sponsor der Formel E Rennen in Europa. Diese firmieren vorerst für zwei Jahre unter dem Namen „voestalpine European Races“.

Formel E voestalpine Sponsor

Wolfgang Eder, CEO von voestalpine und Alejandro Agag, CEO der Formel E bei der Sponsor-Vorstellung - (c) voestalpine

Unter das Herstellerfeld mischen sich zunehmend große Namen wie Audi, BMW und Nissan. Erst im April meldete auch der Sportwagenhersteller Porsche eine offizielle Teilnahme ab der Saison 2019/2020.

Treiber für Innovationen

Waren anfangs die technischen Freiheitsgrade noch sehr gering – alle Teams traten mit dem identischen Fahrzeug Spark-Renault SRT_01E an – öffnet sich die Rennserie zunehmend neuen Technologien.

Dies ist für Konzerne, die mit innovativen Entwicklungen die Elektromobilität mitgestalten wollen, besonders interessant. So konstatiert Wolfgang Eder, Vorstandsvorsitzender der voestalpine AG:

„Sowohl die Formel E als auch die voestalpine sind internationale Vorreiter, wenn es darum geht, im wahrsten Sinne des Wortes Technologien von morgen auf die Straße zu bringen und für die Serienherstellung nutzbar zu machen.“

Wie eine Vielzahl großer und kleiner Unternehmen sieht man auch bei voestalpine im Bereich elektrischer Antriebe einen Markt mit großem Wachstumspotenzial und neuen Geschäftsfeldern:

„Die Automobilindustrie ist mit rund einem Drittel unseres Konzernumsatzes seit Jahren ein zentraler Innovations- und Wachstumstreiber für die voestalpine. Dabei sehen wir insbesondere in der Elektromobilität großes Potenzial, auf Basis unseres umfassenden automotiven Know-hows schneller als in den traditionellen Segmenten zu wachsen“, erklärt Eder.

Von der Rennstrecke in den Massenmarkt

Ein konkretes Beispiel für die Formel E als Wegbereiter in den Massenmarkt bietet ebenfalls der österreichische Technologiekonzern: Um die Effizienz von Elektromotoren zu steigern, nutzte voestalpine seine Kompetenz in der Stahlbearbeitung und entwickelte ein neues Hightech-Verfahren zur Herstellung eines hochqualitativen Elektrobandes. Üblich war bisher das Stanzen, Verkleben und Härten in mehreren Produktionsschritten. Der Konzern ist nun in der Lage alle Vorgänge in einem einzigen Schritt auszuführen. Dies minimiert Störfelder im Material, welches dann unter anderem zur Herstellung von Rotoren und Statoren verwendet wird, den Kernkomponenten von Elektromotoren. Dadurch lassen sich signifikante Wirkungsgradsteigerungen der Motoren erzielen.

Elektromotor voestalpine

Aufbau eines modernen Elektromotors - (c) voestalpine

Mit dieser Entwicklung trifft voestalpine offenbar einen Nerv bei den großen Automobilherstellern. Erst kürzlich wurde eine neue Produktionsanlage für die Herstellung von Elektromotorkomponenten in Süddeutschland eröffnet. Dort sollen pro Jahr ca. 1,5 Millionen Bauteile jährlich vom Band laufen. Die Anlage ist schon jetzt mit einem Auftragsvolumen von insgesamt 30 Millionen Euro bis 2021 komplett ausgelastet. Die Planung weiterer Anlagen hat der Konzern bereits begonnen.

Begeisterung für den elektrischen Antrieb schaffen

Aber nicht nur bei Elektromotoren, sondern insgesamt ist das Potenzial für neue Technologien und Effizienzsteigerungen im Bereich Elektromobilität weiterhin groß. Ob leichtere Karosserieteile, sicherere Batterien oder effizientere Leistungselektronik - die in der Formel E engagierten Unternehmen suchen immer neue Wege, um den elektrischen Antrieb zu optimieren und neue Verfahren und Komponenten unter härtesten Bedingungen zu erproben.

Doch bei allem technologischen Know-how und Innovationswillen den die verschiedenen Konzerne mitbringen, zählt bei der Formel E auch die Begeisterungsfähigkeit: Die Zuschauer können online über ihren Favoriten im Fahrerfeld abstimmen und ihm damit einen sogenannten FANBOOST verschaffen. Die drei Fahrer mit den meisten Stimmen erhalten während des Rennens zusätzliche Energie und dadurch einen Vorteil gegenüber dem Hauptfeld.

Hier wird sichtbar, worauf es neben neuen Produkten und effizienteren Fahrzeugen doch letztlich ankommt: möglichst viele Menschen für den elektrischen Antrieb und eine nachhaltige Mobilität zu begeistern.

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