Bewertung: 0 / 5

 
Das Safetycar der Formula E in Berlin mit induktiver Ladetechnik
Philipp Kahle/eMobilitätOnline.de

Das Safetycar der Formula E in Berlin mit induktiver Ladetechnik

- ein Gastbeitrag von Philipp Kahle -

Die Formel E soll nicht nur die Zukunft des Motorsports einläuten, sondern -, wie auch in vielen anderen Rennserien -, neue Technologien hervorbringen, die zukünftig ihren Weg in Serienfahrzeuge finden. Das Interessante ist, dass sich die Entwicklung hier nicht nur auf die Technologie der Fahrzeuge beschränkt, sondern auch die Infrastrukturseite stetig weiterentwickelt wird. So hat die Formula E in 2013 angekündigt, kabellose Ladetechnik in der Formel einzusetzen und zu etablieren.

Entwicklungspartner ist hierfür die Firma Qualcomm aus San Diego, USA mit ihrer Halo WEVC Technology. Im ersten Schritt wird dieses System seit 2014 in den Safetycar-Fahrzeugen BMW i3 und i8 eingesetzt. Während der i8 in der ersten Saison noch mit 3,7kW geladen wurde, konnte man die Ladeleistung in 2015 schon auf 7,4kW verdoppeln. Wobei auch heute schon Ladeleistungen bis 22kW über diese Technologie möglich wären, erklärt Graeme Davison, Vice President of Technology von Qualcomm Europe während des Formel ePrix in Berlin.

Das Prinzip ist einfach, die Umsetzung voller Herausforderungen

 

Die Idee ist dabei recht simpel: Versorgt man eine Spule mit Wechselstrom, wird ein sich wechselndes Magnetfeld erzeugt. Bringt man nun eine zweite Spule in dieses Magnetfeld, wird in dieser Empfängerspule eine Wechselspannung induziert, welche dann an der Standard-Ladetechnik des entsprechenden Fahrzeugs angeschlossen wird. Die Platten, in welche die Spulen integriert sind, sind dabei nicht größer als ein A4-Blatt. Die eigentliche Herausforderung dabei ist „die Effizienz und die Leistung so zu maximieren, dass wir Systeme haben, welche bis zu 20kW Ladeleistung über einen Abstand von 150-200mm übertragen können“, so Davison.

Vorteile durch bequemen Ladevorgang

 

In der Formel E ist der Vorteil der Technik, dass man im Safetycar einsatzbereit sitzen bleiben kann, kommentiert Safetycar-Fahrer Bruno Correia im Rahmen des Berlin ePrix. In Serienfahrzeuge übertragen, bedeutet es ebenfalls, dass das Ein- und Ausstecken und auch Verstauen des Ladekabels entfällt. Man fährt einfach langsam über die Bodenplatte. Die Mitteilung, wann man die richtige Position erreicht hat, erfolgt natürlich über eine Smartphone-App (wobei auch die Integration ins Fahrzeug-Infotainmentsystem möglich ist). Ist die richtige Position erreicht, bekommt man eine entsprechende Rückmeldung und der Ladevorgang wird automatisch gestartet.

Maximale Sicherheit durch automatische Erkennung von Störobjekten im Magnetfeld

 

Bei allen Vorteilen, darf man natürlich mögliche Risiken nicht aus dem Blick lassen, immerhin ist diese Technik vergleichbar mit einem Induktionsherd, auf dem sich metallische Gegenstände erhitzen lassen. Durch geschickte Anordnung der Spulen in Form einer 8 und sich der dabei überschneidenden Magnetfelder beider Spulen, können metallische Gegenstände erkannt und sogar genau lokalisiert werden. Die Bodenplatte wird sofort spannungsfrei geschalten und Nutzer wird per App der Störfall und die Position des Gegenstands mitgeteilt, wie das folgende Video zeigt.

 

 

Wann die Technik in die eigentlichen Rennboliden integriert wird ist indes noch unklar. Die Formel E Offiziellen haben beim Reglement immer die Bezahlbarkeit der Rennserie im Focus, aus den Erfahrungen in der Formel 1 und deren ausufernden Kosten hat man gelernt. Im nächsten Schritt soll die Technik in ein Formel-E-Testfahrzeug implementiert und weiter getestet werden.

Das könnte Sie ebenfalls interessieren:

Einzigartiges Dreifach-Ladesystem für Elektrobusse
11.10.2013 - 04:16

Ein Unternehmenskonsortium um den spanischen Energieversorger Endesa hat in Malaga ein Projekt initiiert, welches die Reichweite und Einsatzdauer von vollelektrischen Bussen deutlich erhöhen soll. Das Projekt Victoria wurde bereits im September offiziell im Rathaus von Malaga eröffnet und hat zum Ziel, ein dynamisches Induktionsladesystem zu entwickeln, welches Elektrobusse während der Fahrt mit Strom versorgt. Ein mit dieser Technik ausgestatteter Prototyp soll auf der Stadtroute Nummer 16 eingesetzt werden. Damit wäre Malaga laut Endesa die erste spanische Stadt, welche nachhaltige Antriebe im städtischen ÖPNV einsetzt.

Elektroautos induktiv laden: Fraunhofer-Forscher entwickeln effiziente und kostengünstige Technologie
31.07.2014 - 09:13

Warum sollten Elektroautos induktiv geladen werden können? Die Antwort ist ganz einfach: es ist in vielen Situationen deutlich komfortabler: "Vor allem im Winter oder bei Regen nervt das Kabel. Schnee, Matsch und Wasser – was an den Kabeln klebt, klebt auch an den Händen", meint Dr. Bernd Eckardt. Er ist Abteilungsleiter Fahrzeugelektronik am Fraunhofer-Institut für Integrierte Systeme und Bauelementetechnologie IISB in Erlangen. Sein Institut hat sich der Erforschung der elektromobilen Anwendungsfelder elektromagnetischer Induktion verschrieben – und nach eigenen Angaben eine neue, im Vergleich zu bisherigen Ansätzen abgewandelte induktive Ladetechnologie entwickelt, die sich durch einige Vorteile auszeichnet.

Wochenrückblick KW46: Präzises Parken und Laden +++ Phaeton als Elektro-SUV? +++ Karma partnert mit BMW +++
13.11.2015 - 13:47

Geheimnis um Faraday Future gelüftet? Offenbar ist es sicher, wer hinter dem mysteriösen, mit reichlich Geld ausgestatteten Elektroauto-Startup Faraday Future (eMobilitätOnline berichtete) steckt: Nicht Apple, sondern Jia Yueting, Chef des chinesischen Online-Videodienstes LeTV, der ebenfalls im Gespräch war.

Relevante Anbieter

Premiumanbieter der Woche

2019 04 16 wirelane Logo

Ladestation gesucht?

Sie sind als Unternehmen oder Kommune auf der Suche nach Angeboten für Ladeinfrastruktur? Jetzt hier schnell und einfach Anfrage stellen:

Angebot anfordern!

Jetzt auf Cargo-Bikes umsteigen!

Kostenfreie Telefonberatung für Ihre individuelle Lastenrad-Lösung.

Termin vereinbaren!

Newsletter

Sie wollen nichts mehr verpassen?
Hier unsere Newsletter abonnieren und Sie sind immer rundum informiert!

Datenschutz