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Seit 2017 ist Audi mit einem eigenen Werksteam voll in die Formel E eingestiegen
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Seit 2017 ist Audi mit einem eigenen Werksteam voll in die Formel E eingestiegen

Langsam aber sicher, haben auch deutsche Hersteller die Elektromobilität für sich entdeckt. Das gilt auch für den Rennsport. BMW ist in dieser Saison mit einem eigenen Werksteam in die Formel E eingestiegen, Mercedes und Porsche wollen im nächsten Jahr nachziehen.

Audi ist bereits seit 2017 voll mit einem eigenen Werksteam eingestiegen. Anlässlich des ersten Rennens 2019 in Marrakesch konnten wir einen Blick hinter die Kulissen des Teams werfen.

Es klingt ein wenig als würden Carrera-Autos in Lebensgröße über den Circuit International Automobile Moulay El Hassan zischen. Doch optisch erinnern die 22 Elektro-Boliden, die Rad an Rad durch die zwölf Kurven der Rennstrecke in Marrakesch rasen, eher an sponsorenbunte Batmobile. Nicht unpassend: Denn wie der ikonische Comic-Held sind auch die Elektro-Renner in den Großstädten zuhause. Dank ihres vergleichsweise geringen Lärmpegels kommen sie auch dahin, wo kein Formel 1 Renner fahren kann: ins Zentrum globaler Metropolen wie Paris, Rom, Berlin, New York oder Hongkong. Also bis vor die Haustür eines neuen und jungen Publikums, das die Rennserie ansprechen will.

„Der Hardcore-Fan im Motorsport wird nur sehr ungerne seine bisherigen Vorlieben ändern, wenn er sein ganzes Leben mit der Formel 1 verbracht hat. Aber die junge Generation, die davor nie andere Rennen besucht hat, die wird schnell Gefallen an der Formel E und ihre Innovationen finden“, so Lucas di Grassi, Mitgründer und Pilot der ersten Stunde im Team Audio Sport ABT Schaeffler im Interview.

Die Formel E wird erwachsen

Tatsächlich ist das Interesse an der Formel-E bei Publikum und Sponsoren seit der Gründung 2014 kontinuierlich gewachsen. Das verdankt sie ihrem ökologischen Image und dem besonderen Konzept, mit dem die von Jean Todt und dem spanischen Unternehmer Alejandro Algag angeschobene Rennserie an den Start gegangen ist: Fahrerisches Können statt technologischem Wettrüsten. Ursprünglich gingen alle Teams mit dem gleichen Wagen an den Start.

Mittlerweile haben zahlreiche namhafte Autokonzerne die Formel E als Technologie-Spielwiese entdeckt, auf der sie neue Innovationen testen und präsentieren können. Die Regeln wurden deshalb modifiziert: seit der zweiten Saison dürfen die Teams ihre Antriebsstränge selbst entwickeln – also Motor, Getriebe, Inverter und die dazugehörige Software. Im neuen e-tron FE05 wurden etwa vor der laufenden Saison 95 Prozent der Teile erneuert, so Grassi gegenüber electrified. Das kommt nicht nur dem Werksteam zugute, sondern auch dem Kundenteam Virgin, das mit demselben Antriebstrang unterwegs ist.

Mit einer Akkuladung von Start bis Ziel

Aber nach wie vor sitzen alle Piloten im selben von Spark Technologies entworfenen Boliden – seit diesem Jahr in der zweiten Generation - nutzen die gleichen Reifen von Michelin und sind mit der derselben Höchstgeschwindigkeit von 240 km/h und derselben Maximalleistung unterwegs – 250 kW (340 PS) im Qualifiying und 200 kW (272 PS) während des Rennens. Ähnliche Bedingungen für sämtliche Teams erhöht die Spannung im Kampf um die Meisterschaft und sorgt dafür, dass kein Team wegen technischer Unterlegenheit hoffnungslos hinterherfährt.

„Bei uns liegen das beste und das schlechteste Auto vielleicht eine halbe Sekunde auseinander – das sind Unterschiede, die das Team durch gute technische Arbeit erarbeiten kann“, so Lucas di Grassi .

2019 02 19 Formel E Audi eTron

Seit der Saison 2018/2019 ist der Audi e-tron FE05 im Einsatz - Bild: emobilitaet.online/CM

Eine Kostenobergrenze von 3,5 Millionen Dollar (umgerechnet etwas mehr als drei Millionen Euro) pro Saison, macht die Teilnahme auch für kleinere Teams erschwinglich. In den ersten vier Rennzeiten gab es vier verschiedene Champions aus vier unterschiedlichen Teams.

Auch die Batterie ist für alle gleich – und sorgt in dieser Saison für eine wesentliche Neuerung. Ihre Kapazität wurde von 28 kWh auf 54 erhöht. Damit reicht sie für das gesamte Rennen von 45 Minuten plus einer Runde – wenn es dem Fahrer gelingt 30 Prozent seines Energiebedarfs durch Rekuperation und Segeln einzusparen. Der bisherige Boxenstopp und Fahrzeugwechsel zur Mitte des Rennens entfällt – die technische Herausforderung an das Team und Fahrer wird weiter erhöht.

Wechselseitiger Austausch mit der Serienentwicklung

Davon profitiert auch die Entwicklung von Elektrofahrzeugen für den Alltag auf der Straße. Die Ingenieure des Audi-Teams stehen im engen Austausch mit der Serienentwicklung, so Audi-Motorsportchef Dieter Gass. Motorsport sei schon immer Pionier neuer Technologien gewesen, ergänzt Teamchef Allan McNish .

„Die e-tron-Technologie war seit 2012 in Le Mans erfolgreich im Einsatz, jetzt ist sie in der Formel E und kommt im Laufe des Jahres zu unseren Kunden. Das zeigt, wie Audi Serienautos mithilfe der wertvollen Erfahrungen aus dem Motorsport entwickelt“, so McNish.

2019 02 19 Formel E Boxengasse

Bild: emobilitaet.online/CM

BMW fährt schon mit, Porsche und Mercedes ziehen nach

Auch BMW, die seit dieser Saison mit einem eigenen Team und Fahrzeug vertreten sind, nutzt die Formel E zur Erprobung neuer Materialien, Technologien und Arbeitsweisen unter extremen Bedingungen. „Wir haben den Serien-Ingenieuren gesagt: Legt alle Überlegungen ab, die ihr normalerweise in der Entwicklung habt, und denkt einmal nur an die Performance, die höchste Effizienz, das geringste Gewicht. Wenn wir diesen Punkt erreicht haben, machen wir uns Gedanken, wie wir das in die Serienproduktion integrieren können“, so BMW Motorsport Direktor Jens Marquardt.

Ab kommender Saison sind die beiden bayrischen Autobauer nicht mehr die einzigen deutschen Hersteller in der elektrischen Rennserie. Mercedes hat bereits 2017 seinen Ausstieg aus der DTM bekannt gegeben und wird im nächsten Jahr in der Formel E starten. Auch Porsche plant eine Neuausrichtung seines Motorsport-Engagements, beendete sein Engagement in der FIA Langstreckenweltmeisterschaft (WEC) und wird ebenfalls 2019 mit einem eigenen Werksteam in der Formel E dabei sein. Audi hat sich bereits Ende 2016 aus der WEC verabschiedet und fährt seither ausschließlich in der DTM und eben in der Formel E. Mit Audi, BMW, Nissan, Jaguar, dem Elektro-Startup Nio und dem indischen Autobauer Mahindra würden dann insgesamt acht Hersteller in Formel E um die Poleposition kämpfen – noch nie waren so viele Autobauer in einer Rennserie vertreten.

2019 02 19 Formel E Marrakesch Podium

Die Siegerehrung in Marrakesch - Bild: emobilitaet.online/CM

In Marrakesch startete mit Sam Bird ein Fahrer von Audis Kundenteam Virgin von der Poleposition. Nach einem turbulenten Rennen landete Bird auf Platz drei und damit eine Position hinter seinem Teamkollegen Robin Frijns. Die Fahrer des Werksteams Lucas di Grassi und Daniel Abt, die Piloten des Werksteams, fuhren als Siebter und Zehnter über die Ziellinie. Di Grassi konnte sich auch die Extrapunkte für die schnellste Rennrunde sichern. Alles in allem ein vielversprechender Jahresauftakt für den e-tron FE05 .

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