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Fahrer von Elektromobilen müssen ihre Fahrzeuge schnell und unkompliziert aufladen können - nur so gelingt der Wandel meint Tobias Ruf.
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Fahrer von Elektromobilen müssen ihre Fahrzeuge schnell und unkompliziert aufladen können - nur so gelingt der Wandel meint Tobias Ruf.

- Gastbeitrag von Tobias Ruf (e.optimum AG) zur Zukunft von e-Tankstellen in Deutschland -

Elektromobilität ist in aller Munde: Nicht nur aufgrund von weltweiten Diesel-Skandalen, Verbote von Verbrennungsmotoren und staatlichen Förderungen in Deutschland steigen immer mehr Menschen auf das Elektromobil um.

Auch das Bewusstsein für Nachhaltigkeit spricht für den alternativen Antrieb, denn durch die Batterie-Technologie fungieren elektrische Fahrzeuge auch als eine Art mobiler Speicher. Nichtsdestotrotz ist der Anteil der E-Autos und Plug-in-Hybriden am deutschen Pkw-Bestand mit drei Prozent noch gering. Hauptgrund dafür ist die fehlende Infrastruktur: Mit dem Wandel der Mobilität wird die Thematik des Ladenetzes bzw. der Dichte an Ladesäulen immer brisanter.

Angebot muss Nachfrage bedienen

Wie kann die Zukunft der Elektromobilität gesichert werden? Fahrer von Elektromobilen müssen ihre Fahrzeuge schnell und unkompliziert aufladen können – der Ausbau von Ladestationen steht also an erster Stelle. Laut Wissenschaftler des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) und des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) bräuchten wir in Deutschland für eine Million Elektrofahrzeuge etwa 33.000 öffentliche und halböffentliche Ladestationen. Aktuell bietet Stuttgart mit 232 Ladesäulen die meisten Möglichkeiten für Elektrofahrer.

Lösungen parat – Umsetzung fehlt (noch)

Die Technologie ist bereits so weit entwickelt und damit zu wichtig für Deutschlands Wirtschaft, Politik und Verbraucher, als dass keine Lösungsansätze gefunden werden können. Die Automotive Experten der Unternehmensberatung KMPG schlagen vor, einen ausgewogenen Mix zwischen „zuhause aufladen“ und „unterwegs aufladen“ durchzusetzen – auch induktives Laden für e-Autos sowie der Batterietausch („Battery Swap“) soll möglich gemacht werden. Interessant ist ebenfalls der Ansatz, Wind- oder Sonnenenergie nutzbar zu machen, um die punktuelle Last vom Stromnetz zu nehmen.

Die Bundesrepublik sowie Privatunternehmen arbeiten parallel schon an der Umsetzung: Neben dem staatlichen Ausbau der Infrastruktur in Großstädten (ländliche Regionen hinken noch hinterher) und an Autobahn-Rastplätzen, entwickeln immer mehr Unternehmen Ladelösungen für die unterschiedlichsten Branchen, von Ladesäulen für e-Autos über e-Bike/Pedelec-Stationen bis hin zu kompletten Parkplatzsystemen. So bieten Einkaufszentren, Hotels, Restaurants oder auch Unternehmen ihren Kunden, Gästen und Mitarbeitern für deren Elektromobilen Lademöglichkeiten an – natürlich können auch Passanten die Ladestationen nutzen. Die Bezahlung bestimmt der Anbieter selbst.

Positiv in Richtung Zukunft

Der deutsche Physiker Richard Randoll ist sich trotz einiger Bedenken für die Zukunft der Elektromobilität sehr sicher: Im Sommer 2022 wird mindestens jeder zehnte Neuwagen weltweit ein E-Auto sein. Als Grundlage für diese Aussage dienen ihm seine Promotion an der Universität Erlangen sowie eine algorithmische Skala. Weniger kompliziert, dafür ebenso positiv, ist die Entwicklung der öffentlichen und halböffentlichen Infrastruktur in Deutschland momentan zu sehen. Je mehr private Unternehmen Ladelösungen bieten, desto schneller kann die Infrastruktur ausgebaut und die Nachfrage bedient werden.

Über den Autor:

Tobias Ruf Projektmanager LadeinfrastrukturTobias Ruf ist Projektmanager für Ladetechnik bei e.optimum AG, Deutschlands größte unabhängige Energie-Einkaufsgemeinschaft. Sie bündelt den Strom- und Erdgasbedarf tausender Unternehmen und kauft die Energie immer an den günstigsten Handelsplätzen. Darüber hinaus bietet e.optimum individuelle Lösungen zur Lademöglichkeit von Elektromobilen. Mehr Informationen zur e.tankstelle finden Sie unter www.eoptimum.de/etankstellen.

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