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Ende 2019 ist die Serienproduktion des VW ID.3 gestartet.
Volkswagen

Ende 2019 ist die Serienproduktion des VW ID.3 gestartet.

[aktualisiert am 09.01.2020] 2019 hat sich viel getan. Die Entwicklung und Verbreitung der Elektromobilität nimmt ein immer größeres Tempo an. Die Ladeinfrastruktur wächst, ebenso der Bestand an Elektroautos sowie die zur Auswahl stehenden E-Modelle. An dieser Stelle werfen wir einen Blick zurück auf ein ereignisreiches Jahr und voraus auf die angekündigten Neuerscheinungen 2020.

Elektroautos als Dienstwagen steuerlich attraktiver

2019 hat sich aus elektromobiler Sicht einiges zum Positiven entwickelt, z. B. für Arbeitnehmer: Um E-Pkw als Dienstwagen attraktiver zu machen, ist mit der sogenannten 0,5 Prozent-Regel ein vergünstigter Steuersatz für alle privat genutzten Elektroauto- und Plug-in-Hybrid-Dienstwagen in Kraft getreten. Die Begünstigung von Elektrofahrzeugen ist zunächst befristet bis zum 1. Januar 2022. Auf dem Autogipfel im November wurde beschlossen, dass die Steuer auf E-Firmenwagen nochmals halbiert wird auf 0,25 Prozent. Die Neuregelung gilt voraussichtlich ab Anfang 2020 und rückwirkend für 2019 – allerdings nur für Elektroautos mit einem Brutto-Listenpreis von unter 40.000 Euro. Für teurere Stromer sind weiterhin 0,5 Prozent Steuer zu entrichten.

Wer ein Elektroauto wie den BMW i3 als Dienstwagen wählt, genießt künftig noch größere steuerliche Vorteile. Bild: BMW.

Elektroauto-Kaufprämie wird angehoben

Immer mehr Elektroautos und Plug-in-Hybride kommen auf die Straße, auch wenn ihr Anteil am gesamten Pkw-Markt mit je nach Monat 3-4 Prozent weiterhin überschaubar ist. Die Zwischenbilanz des für die Umsetzung des sogenannten Umweltbonus zuständigen Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle BAFA führt zum Antragsstand 31. Dezember 2019 insgesamt 164.579 Anträge seit Einführung im Juli 2016. Der Großteil – 109.386 – entfiel auf rein batteriebetriebene Pkw. Die BAFA-Liste der förderfähigen Elektroautos umfasst mittlerweile (Stand 3.12.2019) 191 Elektroauto-Modelle bzw. -Modellvarianten sowie 104 Plug-in-Hybride und 2 Brennstoffzellenfahrzeuge.

Damit die Nachfrage stärker steigt, hat die Bundesregierung beim Autogipfel Anfang November eine Erhöhung der Elektroauto-Kaufprämie beschlossen, die ab 2020 greift: Für rein batteriebetriebene Elektroautos bis zu einem Listenpreis von 40.000 Euro werden künftig 6.000 Euro statt wie bisher 4.000 Euro Prämie gezahlt. Für Plug-in-Hybride in dieser Preisklasse steigt der Umweltbonus von 3.000 Euro auf 4.500 Euro. Sogar eine Kaufprämie für gebrauchte Elektroautos ist im Gespräch. Volkswagen wird sich freuen: die gestiegene Förderung kommt pünktlich zum Marktstart des e-Golf-Nachfolgers und Hoffnungsträgers VW ID.3. Für Elektroautos und Plug-in-Hybride über 40.000 Euro Listenpreis soll die Kaufprämie künftig 5.000 Euro bzw. 4.000 Euro betragen. Schließlich wurde auch die Listenpreis-Obergrenze, bis zu der ein E-Auto gefördert werden kann, von 60.000 Euro auf 65.000 Euro angehoben. Wie bisher werden sich Staat und Wirtschaft die Kosten je hälftig teilen.

Rund 75 Prozent mehr Elektroauto-Neuzulassungen in 2019

2019 haben die Elektroauto-Neuzulassungen erstmals die 60.000er-Marke überschritten. Von Januar bis einschließlich Dezember 2019 kamen 63.281 vollelektrische Pkw neu auf die Straße – zum Vergleich: Im Gesamtjahr 2018 waren es 36.062 Elektroauto-Neuzulassungen. Somit haben sie die Elektroauto-Neuzulassungen 2019 in Deutschland um über 75 Prozent gesteigert. Hinzu kamen 239.250 Hybridfahrzeuge (+ 84 Prozent), darunter 45.348 Plug-in-Hybride (+ 44 Prozent). Die meistzugelassenen reinen E-Autos des Jahres 2019 waren die Renault ZOE (9.431), der BMW i3 (9.117, ohne Range Extender) und das Tesla Model 3 (9.013).

Der VW e-Golf hat es nicht unter die Top 3 der Elektroauto-Neuzulassungen 2019 geschafft. Bild: VW

International hat, wie zu erwarten, China die Nase vorn: Eine aktuelle Studie über die Verbreitung der Elektromobilität in den 7 wichtigsten Autoländern China, Deutschland, Frankreich, Italien, Japan, Südkorea und USA sieht das Reich der Mitte insbesondere im wichtigen Bereich der Batteriezellproduktion die führende Position einnehmen – hier ist Europa Schlusslicht. Nur im Bereich Technologie sieht der "Index Elektromobilität" des Beratungsunternehmens Roland Berger in Zusammenarbeit mit der Forschungsgesellschaft fka Deutschland vorne. Der Anteil elektrischer und teilelektrischer Fahrzeuge hat in China im ersten Halbjahr 2019 erstmals die Fünf-Prozenthürde übersprungen. In den ersten 11 Monaten 2019 wurden in China rund 923.000 Elektroautos und Plug-in-Hybride aus chinesischer Produktion verkauft. Obwohl die Verkaufszahlen in den letzten Monaten nach dem Auslaufen von Förderungen stark eingebrochen sind, liegt der Absatz immer noch 7,7 Prozent über dem Wert des Vorjahreszeitraums. Wie die Entwicklung in naher Zukunft verläuft, ist indes offen: 2020 laufen die Elektroauto-Förderungen in China ganz aus, zudem setzt die Politik vermehrt nicht mehr nur auf elektrische Antriebe, sondern auch auf Wasserstoff sowie Methanol und E-Fuel.

Die Crux mit der Reichweite

Die durchschnittlich an einem Tag mit einem Pkw zurückgelegte Strecke beträgt in Deutschland weniger als 40 Kilometer. Aktuelle Elektroauto-Modelle weisen realistische Reichweiten von durchschnittlich 200 bis 300 Kilometer auf, einige sogar deutlich mehr. Eine Umfrage aus dem Jahr 2019 zeigte allerdings: die Autofahrer in Deutschland haben im internationalen Vergleich die größte "Reichweitenangst". Es scheint also nur eine Frage der Zeit zu sein, bis diese Neuschöpfung zum Wort des Jahres gewählt wird... Allerdings: Fortschritte beim Ausbau der Ladeinfrastruktur und bei den Batterietechnologien dürften die Reichweitenangst perspektivisch jedoch lindern.

Ladeinfrastruktur: 50 Prozent mehr öffentliche Ladepunkte in 2019

Die Ladeinfrastruktur in Deutschland wächst und wächst: Nach Angaben des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) hat die Zahl der öffentlichen Ladepunkte von Ende 2018 bis Ende 2019 um fast 50 Prozent zugenommen. Anfang Dezember 2019 gab es nach Angaben des BDEW 23.840 öffentliche Ladepunkte in Deutschland – 15 Prozent davon Schnellladestationen. Bei aktuell rund 220.000 Elektroautos und Plug-in-Hybriden teilen sich also durchschnittlich 9 E-Fahrzeuge eine öffentliche Ladestation....kein schlechter Wert, so die Experten. Vor allem, wenn man bedenkt, dass mehr als 80 Prozent aller Ladevorgänge zu Hause oder am Arbeitsplatz geschehen.

Ladeinfrastruktur
Image by A. Krebs from Pixabay

Auch für die Zukunft ist gesorgt: Auf dem Autogipfel wurde kürzlich beschlossen, bis 2022 50.000 neue Ladestationen zu errichten – in China existieren bereits eine Million Ladepunkte, bis Ende 2020 sollen es sogar knapp 5 Millionen werden.

Die Stadt mit den meisten öffentlichen Ladestationen in Deutschland war nach BDEW-Zahlen von Mitte 2019 nicht etwa Berlin, sondern Hamburg mit 948 öffentlichen Ladepunkten, gefolgt von München 945 und der Hauptstadt mit 933 Ladepunkten. Planmäßig geht man bspw. in Baden-Württemberg vor: Dort wird mit dem Projekt SAFE versucht, der Reichweitenangst entgegenzuwirken und eine flächendeckende Infrastruktur zu errichten. Bereits Ende 2019 konnte das Projektkonsortium verkünden, dass in dem südwestlichen Bundesland in einem Raster von 10x10 Kilometer jeweils mindestens 1 Ladestation errichtet wurde.

EnBW-Chef Mastiaux, Ministerpräsident Kretschmann und Minister Hermann (v. l. n. r.) an einer der neuen SAFE-Ladesäulen. Bild: ENBW.

Währenddessen hat ein Gutachten der Monopolkommission davor gewarnt, dass die regionale Konzentration einzelner Anbieter die Verbreitung der Elektromobilität sowie den Durchbruch der Energiewende erschweren könnte.

Seit März 2019 müssen Ladesäulen und Wallboxen auf privatem Gelände wie im öffentlichen Raum beim örtlichen Netzbetreiber angemeldet werden!  Ladestationen unter 12 Kilowatt sind meldepflichtig, Ladestationen über 12 Kilowatt sogar melde- und zustimmungspflichtig. Der neue "Masterplan Ladeinfrastruktur" sieht zudem vor, dass der Aufbau privater Ladeinfrastruktur erleichtert werden soll, mit Auswirkungen auf das Mietrecht: Eigentümer und Mieter in Eigentümergemeinschaften sollen das Recht erhalten, Ladestationen zu errichten, wobei die Ausgestaltung noch offen ist.

Diese Elektroautos sind 2019 neu auf den Markt gekommen

Die Auswahl an Elektroautos wächst. Unter anderen sind folgende Modelle 2019 neu auf die Straße gekommen.

Der Audi e-tron 55 quattro. Bild: Audi

Eigentlich für 2018 angekündigt, ist der Audi e-tron 55 quattro in nennenswertem Maße erst 2019 ausgeliefert worden. Mit rund 80.000 Euro ist das Elektroauto zu teuer für die Umweltprämie – das soll sich jedoch ändern: Für 2020 haben die Ingolstädter mit dem Audi e-tron 50 quattro eine abgespeckte und günstigere Variante des E-SUV angekündigt.  

Bestseller: Tesla Model 3. Bild. Tesla

Das Elektroauto des Jahres ist sicher das Tesla Model 3, das die Elektroauto-Neuzulassungen in Deutschland und Europa kräftig steigerte. Zu dem Elektroauto wurde und wird viel geschrieben, jüngst wurde Teslas Mittelklasse-Limousine auch zum "Restwertriesen 2023" gekürt.

Schon fast ein Klassiker: der Kia e-Soul. Bild: Kia

Kia hat eine neue Generation des e-Soul aufgelegt. Das Modell wird in Europa nur noch mit elektrischem Antrieb angeboten. In der Basisausführung Edition 7 kostet der e-Soul ab 33.990 Euro, die leistungsstärkere Variante mit 64 kWh Batterie gibt es ab 37.790 Euro. 

Der Kia e-Niro. Bild: Kia

Mit dem e-Niro ist zudem die dritte Variante des eigens für elektrifizierte Antriebe ausgelegten Modells Niro auf dem Markt gekommen. Der E-SUV ist in verschiedenen Leistungsstufen erhältlich und bietet laut Kia mindestens 289 Kilometer nach WLTP zum Einstiegspreis von 35.290 Euro.  

Der Renault ZOE ist weiterhin eines der beliebtesten Elektroautos. Bild: Renault.


Renault hat seinen E-Bestseller ZOE geupdated. Das Basismodell Zoe Life Z.E. 40 weist bis zu 300 Kilometer Reichweite (WLTP) auf und ist ab 21.900 Euro erhältlich. Der Zoe Life Z.E. 50 mit 52 kWh Akku soll bis 395 Kilometer Reichweite zu Preisen ab 23.900 Euro bieten, während das Topmodell, der Zoe Intens mit dem Elektromotor R135 und dem Z.E. 50 Lithium-Ionen-Akku bei 27.900 Euro startet – alle Preise zzgl. Batteriemiete.

Der DS 3 Crossback E-Tense zusammen mit großem Plug-in-Bruder DS 7 CROSSBACK E-Tense 4x4. Bild: DS


Mit dem DS 3 Crossback E-Tense hat die mittlerweile eigenständige PSA-Marke DS einen kompakten E-SUV auf den Markt gebracht, der erste rein elektrische SUV der französischen PSA-Gruppe. Mit 136 PS und einer WLTP-Reichweite von 320 Kilometer bietet der neue E-Flitzer marktübliche Leistungswerte. Die ersten Zulassungen sind Ende 2019 erfolgt, in nennenswertem Ausmaß dürfte das Elektroauto ab 2020 ausgeliefert werden. Kostenpunkt: ab 38.390 €.

Diese Elektroautos erwarten uns 2020

Hier eine Auswahl der Elektroautos, die ab dem neuen Jahr erhältlich sein werden:

Der Kompakt-SUV Peugeot e-2008. Bild: Peugeot.

Peugeot hat mit dem e-208 eine elektrische Variante des beliebten Kleinwagens aufgelegt zum Preis von 30.450 Euro, gefolgt von der SUV-Version e-2008, für die die Löwenmarke mindestens 35.250 Euro abruft. Die Elektroautos sollen ab Februar 2020 zu den Händlern rollen.

Mit dem Corsa-e schickt Opel auch einen kompakten E-Flitzer ins Rennen. Bild: Opel.


Der Opel Corsa-e ist der technische Bruder vom Peugeot e-208, der entsprechend annähernd die gleichen Leistungswerte aufweist wie das E-Auto der PSA-Schwestermarke. Marktstart ist Frühjahr 2020 zu Preisen ab 29.900 Euro.

Audi e-tron Sportback 55 quattro. Bild: Audi

Mit dem e-tron Sportback bringt Audi einen nahen Verwandten des e-tron auf den Markt. Das vollelektrische SUV-Coupé wird in 2 Leistungsvarianten erhältlich sein mit bis zu 265 kW und 95 kWh Akku. Der Audi e-tron Sportback ist seit Ende November bestellbar, die Markteinführung für Europa ist im Frühjahr 2020 geplant.

Der Honda e punktet mit einem eigenständigen Design. Bild. Honda

Mit seinem Retrodesign hat der Honda e bereits für viel Aufsehen gesorgt. Allerdings erstreckt sich die positive Resonanz vor allem auf die Optik, während die Reichweite des elektrischen Kleinwagens mit rund 220 Kilometer Reichweite (WLTP) sowie die Preise von über 30.000 Euro eher weniger begeisterten.

Sieht schon fast aus wie ein Golf: Der VW ID.3 ist Volkswagens großer Hoffnungsträger. Bild: VW

Die Serienproduktion ist bereits angelaufen, den Marktstart feiert der VW ID.3 nicht vor Juni, so VW. Über 30.000 Vorbestellungen lagen bereits im Herbst 2019 für Volkswagens Hoffnungsträger bei VW in der Schublade.

Neben dem rein elektrischen Citigo e iV bringt Skoda Anfang 2020 auch den Superb iV mit Plug in-Hybridantrieb auf den Markt. Bild: Skoda


Ebenfalls 2020 kommen die VW e-up!-Ableger Skoda Citigo e iV und Seat Mii electric zu Preisen ab 20.950 Euro bzw. 20.650 Euro auf den Markt. Die beiden kleinen E-Flitzer sollen rund 260 Kilometer Reichweite (WLTP) bieten.

Der e.GO Life hat mit Startschwierigkeiten zu kämpfen. Bild: e.GO Mobile AG.

2020 soll auch das bereits in einer Kleinserie produzierte Aachener Elektroauto e.GO Life in größerem Maße vom Band laufen und ausgeliefert werden. Der Zeitplan des Aachener Startups hatte sich immer wieder verzögert, zuletzt wurde zudem noch eine Preiserhöhung von 2.000 Euro angekündigt.

Der Mini Cooper SE fährt lokal emissionsfrei. Bild: BMW.

Mit dem Mini Cooper SE hat BMW eine rein elektrische Variante des Kultautos entwickelt und damit offenbar einen Nerv getroffen: Bereits im August lagen für den Elektro-Mini laut BMW 45.000 Vorbestellungen vor. Ausgeliefert wird der Stromer mit 33 kWh Akku ab März 2020. Kostenpunkt: ab 32.500 Euro.

Tesla
Das Tesla Model Y wird das Schwestermodell des Model 3. Bild: Tesla.


Im Herbst 2020 soll das auf dem Tesla Model 3 basierende Tesla Model Y auf den Markt kommen. Der kompakte E-SUV kann bereits online konfiguriert werden. Gebaut werden soll das Model Y auch in der Nähe von Berlin!

Wir wünschen allen Leserinnen und Lesern von emobilität.online schöne Feiertage, einen erholsamen Jahresausklang und einen guten Start in's neue Jahr 2020!

Ihr Team von emobilität.online

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