Elektromobilität: Meldungen zur Politik
Nach dem Willen der EU-Kommission soll die Automobilindustrie in Europa große Fertigungsstätten zur Produktion von E-Auto-Batterien errichten. Mindestens 10 europäische Gigafactorys hält Maroš Šefčovič für notwendig, wie der EU-Energiekommissar auf dem Brüsseler Batteriegipfel erklärte.
Die Kaufprämie sollte den Absatz von E-Autos ankurbeln, indem die nach wie vor bestehende Preisdifferenz wenn nicht in jedem Fall ausgeglichen, so doch zumindest verringert wird. Seit rund 1,5 Jahren kann der sog. Umweltbonus beantragt werden, bislang machten aber nur knapp 51.000 Menschen davon Gebrauch. Mit einem neuen Vorschlag will die SPD die Nachfrage steigern.
Einem aktuellen Bericht des Focus zufolge ist der Anteil von Elektrofahrzeugen in den Fuhrparks der Bundesministerien stark angestiegen. Das ist erstaunlich, da vor nicht einmal 12 Monaten noch die schlechte Elektro-Quote in den Fuhrparks der Ministerien in den Medien für Aufmerksamkeit sorgte.
Das Kraftfahrtbundesamt hat die Zulassungszahlen für den Dezember sowie für das ganze Jahr 2017 veröffentlicht: Der Anteil der komplett elektrisch angetriebenen Fahrzeuge hat sich gegenüber 2016 mehr als verdoppelt.
2017 war in 52,2 Prozent der norwegischen Neuwagenzulassungen ein elektrischer oder teilelektrischer Antrieb verbaut. Das teilt der Informationsbeirat für den Straßenverkehr mit. Das skandinavische Land ist damit weltweiter Spitzenreiter beim Umstieg aufs Elektroauto.
Im Rahmen des Sofortprogramms "Saubere Luft 2017-2020" will der Bund den Kommunen beim verstärkten Einsatz emissionsärmerer Fahrzeuge in Flotten, bei der Umstellung auf alternative Antriebe und beim Ausbau der Infrastruktur Unterstützung leisten. Zu diesem Zweck wurde zum einen kürzlich die Förderrichtlinie Elektromobilität des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) überarbeitet. Zum anderen veröffentlichten das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) sowie das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) ein neues Programm zur Förderung und Entwicklung der Elektromobilität.
Das Land Nordrhein-Westfalen stellt ausgewählten Kommunen und Landkreisen insgesamt 100 Millionen Euro im Rahmen des Wettbewerbs "Kommunaler Klimaschutz.NRW" zur Verfügung. Dabei wurden zwölf Strategien ausgewählt, an den 48 Städte und Gemeinden beteiligt sind. Dabei erhalten alleine Bielefeld, Aachen und Dortmund 41 Millionen für ihre Modellprojekte zur Stärkung nachhaltiger Mobilität. Bis zu 60 Millionen Euro fließen an neun weitere Klimaschutzprojekte.
Das Land Hessen wird seine finanzielle Unterstützung für den Ausbau der Elektromobilität deutlich ausweiten. Im Jahr 2018 sollen die Fördermittel auf sieben Millionen Euro steigen. Dies bedeutet eine Versiebenfachung der Subventionen in dieser Legislaturperiode. Zudem sollen den Kommunen für die Anschaffung von Elektrobussen fünf Millionen Euro zur Verfügung gestellt werden. Dies gab Wirtschafts- und Verkehrsminister Tarek Al-Wazir auf dem Kongress "Elektromobilität im gewerblichen Umfeld", der am vergangenen Donnerstag in Langen (Hess) stattfand, bekannt. Über 500 Teilnehmer aus Wirtschaft und Kommunen informierten sich auf der Veranstaltung zum aktuellen Stand sowie dem weiteren Fahrplan zum Ausbau der E-Mobilität im Land Hessen.
Bereits in wenigen Jahren soll der Verbrennungsmotor der Vergangenheit angehören. Die Vorteile liegen auf der Hand: Saubere Innenstädte ohne schmutzige Abgase, geringe Lärmbelastung und keine Bindung mehr an fossile Brennstoffe. Allerdings befürchten Experten, dass Deutschland beim Umstieg auf Elektrofahrzeuge in große Abhängigkeit von externen Zulieferern der Rohstoffe geraten könnte. Zudem seien bei Lithium, Kobalt, Grafit oder Mangan Engpässe möglich, warnt unter anderem der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI).
Der Sachverständigenrat für Umweltfragen schlägt in seinem heute in Berlin vorgestellten Sondergutachten eine Quote für Elektrofahrzeuge vor: 25 Prozent aller neuen Pkw und leichten Nutzfahrzeuge sollten nach den Vorstellungen des Gremiums, das die Bundesregierung in Umweltfragen berät, im Jahr 2025 mit Elektroantrieb ausgestattet sein.